Affiliate Marketing – Die andere Seite der Goldmünze

Affiliate Marketing ist die wohl bekannteste Möglichkeit um im Internet Geld zu verdienen. Mit wenigen Klicks hat man alle technischen Hürden überwunden und ist in der Lage seinen Traffic zu monetarisieren. Besonders Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene und Profis vertreiben gerne Produkte anderer. Die Sicht der Affiliates haben wir schon mehrmals beleuchtet und wahrscheinlich bist auch du einer von ihnen. Heute will ich jedoch darüber berichten, wie die Verkäufer der Produkte das Thema sehen und aus welcher Perspektive sie den Markt betrachten.

 

Diese Risiken gibt es im Affiliate Marketing für Verkäufer

Als Affiliate hat man ein einfaches Leben. Die einzige Aufgabe ist es Traffic zu schicken. Um alles andere kümmert sich der Verkäufer und jegliche Verantwortung liegt bei ihm. Was für die eine Seite sehr angenehm ist, ist für die andere ein riesiger Haufen Arbeit.

 

Verkäufer sein bedeutet Kosten in Kauf zu nehmen

Wer der Verkäufer eines Affiliateproduktes werden möchte, muss sich darauf gefasst machen, dass eine große Investition auf ihn zukommt. Im Mittelpunkt steht natürlich die Entwicklung des Produktes. Das dauert meist sehr lange, ist arbeitsintensiv und bei weitem nicht umsonst. Es muss getestet, verbessert und wieder getestet werden, bis man mit seinem Werk zufrieden ist. Sehr häufig braucht man Hilfe von anderen, die diese sich gut bezahlen lassen. Im besten Fall schafft man alles alleine und erleidet Opportunitätskosten.

Wenn das Produkt perfektioniert ist, ist es an der Zeit eine Website zu entwerfen. Dazu benötigt man zunächst eine gute Domain und ein stabiles Hosting. Anschließend steht der Entwurf der Website bevor. Wer hier fit ist, kann dies selber in Angriff nehmen. In den meisten Fällen wird jedoch ein fähiger Designer benötigt.

Anschließend muss eine professionelle Verkaufsseite für das Produkt kreiert werden. Diese ist das Herzstück und entscheidet sehr häufig über Erfolg und Misserfolg. Wenn die hier eintreffenden Besucher nicht effektiv in Käufer konvertiert werden, besteht für das Projekt keine Hoffnung. Hier sollte man sich besonders viel Zeit nehmen, einen Blick darauf werfen wie die Konkurrenz das Problem gelöst hat und sich daran orientieren.

Zudem gilt es zu testen, ob eine andere Version der Verkaufsseite nicht effektiver ist. Vielleicht gefällt es der Zielgruppe besser, wenn man ein Video verwendet, eine Audiodatei einbindet, oder eine alternative Überschrift wählt. Um seriöse Tests durchzuführen benötigt man stets Traffic, da nur so mit Sicherheit gesagt werden kann, welche Variante eine höhere Conversion Rate bewirkt.

Ist es nun zum Verkauf des Produktes gekommen, ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Der Kunde will weiterhin umsorgt werden und richtet sich mit all seinen Sorgen und Problemen an dich. Aus diesem Grund musst du entweder selbst viel Zeit für den Support einplanen, oder diese outsourcen.

Wenn im Anschluss das Grundgerüst steht, ist es an der Zeit alles für die Affiliates herzurichten. Diese wollen sich in ein gemachtes Nest setzen und damit dies geschehen kann, musst du ans Werk. Sie benötigen allerlei Werbematerial, um ihre Trafficquellen abrufen zu können. Dazu gehören:

  • E-Mail Vorlagen
  • Werbebanner
  • Landingpages
  • Verkaufstexte
  • Social Media Posts
  • Grafiken und Fotos

Falls sich nun jemand dazu entscheidet Traffic auf dein Angebot zu senden, musst du sicherstellen, dass alle dadurch erzielten Verkäufe auch mit Sicherheit dem Affiliate zugerechnet werden. Um dies zu gewährleisten, benötigst du ein zuverlässiges Trackingsystem. Entweder greifst du da auf eine bereits bestehende Lösung wie beispielsweise Digistore24 zurück, oder entwickelst ein eigenes.

Wenn du die Besuchergenerierung aus der Hand gibst, ist der gute Ruf deines Produktes immer potentiell in Gefahr. Du hast keine Kontrolle darüber wie die Affiliates Marketing betreiben, welche Methoden sie anwenden und was sie über die Früchte deiner harten Arbeit schreiben. Ausländische Affiliates könnten automatisiert erstellte Texte verwenden, es kann zu heftigem Spam kommen und es ist möglich, dass unseriöse Videobewertungen sich auf YouTube tummeln.

Darüber hinaus kann es passieren, dass Kunden unter falschen Versprechungen zum Kauf bewegt werden. Beispielsweise wird ihnen versprochen, dass sie noch ein weiteres Produkt erhalten, es eine Geld-zurück Garantie gibt, oder dass du sie an der Hand nimmst und durch die Benutzung des Produktes führst. Wenn sie anschließend enttäuscht werden, verlangen sie ihr Geld zurück und du musst dies gestatten. Somit hattest du viel Arbeit für nichts und bleibst auf den Kosten sitzen.

Wie viel Prozent des Verkaufspreises für einen Affiliate angemessen ist, hängt stark davon ab, was für ein Produkt du verkaufst, wie hoch deine Marge ist und wie gut du den Traffic monetarisieren kannst.
Bei digitalen Produkten ist eine Affiliateprovision von 50-90% üblich. Bei physischen Produkten liegt diese in der Regel zwischen 1%-20%.

 

Diese Vorteile haben die Affiliate Verkäufer

Bisher hat der Text ein sehr negatives Bild gezeichnet und dir eventuell die Lust darauf Verkäufer zu werden genommen. Ganz so schlimm ist es jedoch nicht. Als Verkäufer aufzutreten bringt auch viele Vorteile mit sich. Besonders interessant ist, dass nach einmalig sorgfältig erledigter Arbeit etwas Ruhe einkehren kann und das meiste erledigt ist. Die Trafficgenerierung kann man anschließend getrost von den Affiliates erledigen lassen.

Der wahrscheinlich größte Vorteil ist, dass man sein Einkommen beinahe beliebig skalieren kann. Je mehr gute Affiliates, desto schneller klingelt die Kasse. Wenn ein wahrer Profi Interesse an der Vermarktung des Produktes hat, kann dies zu mehreren tausend Verkäufen im Monat führen und für großen Wohlstand sorgen. Wer es schafft ein System zu entwerfen, welches ohne eigenes Zutun funktioniert, hat sich ein sehr angenehmes passives Einkommen geschaffen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein funktionierendes Affiliate Produkt ein wiederveräußerbarer Vermögenswert ist und wenn man einen finanzstarken Käufer findet für viel Geld den Besitzer wechseln kann.

Ein dir vielleicht nicht unbekanntes Beispiel ist VideoMakerFx *. Nach der Entwicklung des Produktes wurde sich dafür entschieden es hauptsächlich über Affiliates wie mich zu verkaufen. Scheinbar war diese Entscheidung goldrichtig und hat den Entwicklern ein kleines Vermögen eingebracht.

Die Entwickler haben das Produkt bis heute über 28.500 Mal verkauft (mit Upsells sogar über 84.500 Sales). Dazu kommen noch über 44.000 monatliche Abos usw.
Es gibt hunderte Affiliates, die hochkonvertierenden Traffic schicken (im Schnitt knapp 6% Conversion und ein EPC von 2,91$). Und das ist nur 1 Beispiel. Es gibt viele Produkte, die durch gute Affiliates richtig gut konvertieren und dem Vendor (Hersteller/Verkäufer) viel Umsatz bringen.
(Quelle: JvZoo.com)

Wie du siehst ist es ein sehr einträgliches Geschäft eigene Produkte zu entwickeln und anschließend eine Armee von Affiliate aufzubauen. Leider ist es bis dahin ein sehr langer und steiniger Weg, der von Einsteigern nicht problemlos gemeistert werden kann. Nur wer bereits viel Erfahrung hat und das nötige Startkapital mitbringt, sollte diesen Schritt wagen. Im Idealfall bist du bereits Online Marketing Experte und verdienst dein Haupteinkommen im Internet.
Sollte dies noch nicht der Fall sein, solltest du dich zunächst als Affiliate beweisen und anschließend über weitere Schritte nachdenken.

5 Kommentare

  1. Danny   •  

    Gerade bei Textvorlagen fühle ich mich bei den meisten Vendors ein wenig zu kurz gekommen. Die meisten denken dass ein paar Banner wenn überhaupt, zur Bewerbung reichen. Fehlanzeige. Ich kenne das Affiliate Marketing von beiden Seiten. Und daher kann ich sagen dass es als Vendor kein Zuckerschlecken ist. Allerdings ist es auch so dass je mehr ich mich reinknie und versuche den Affiliates zu helfen umso fliesst der Rubel dann auch bei mir.

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Danny, grundsätzlich hast du recht. Allerdings sehe ich Textvorlagen etwas kritisch. Meiner Meinung nach sind eigene Texte viel authentischer und bewegen den Leser eher dazu etwas zu kaufen. Es kommt aber natürlich auch auf das Thema, die Nische, die Zielgruppe usw. an. VG Jess

  2. Manuela   •  

    Liebe Jessica, ich gelange meistens über XING auf Deinen Blog und lese mich hier gerne durch die verschiedensten Themenbereiche. An dieser Stelle ein großes Lob für Deine Arbeit! Heute war es durchaus interessant auch einmal die andere Seite des Affiliate-Marketings zu betrachten. Da ich es zu schätzen weiß, wenn man mich auf kleine Fehler hinweist: im ersten Absatz müsste es „monetarisieren“ heißen. Hoffe Du siehst das lediglich als netten Hinweis :-)

  3. Alina   •  

    Hi Jessica,

    sehr schöner Beitrag, der sehr gut zeigt, wie viel Arbeit eigentlich hinter einem Produkt steht.

    Quereinsteigern, die noch nicht über so viel Ahnung im Bereich online Marketing verfügen, aber eine gute Produkt Idee haben, würde ich empfehlen einen Joint Venture mit einem erfahrenen Marketer einzugehen.

    Liebe Grüße,
    Alina

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