Arbeiten im HomeOffice – Fluch oder Segen?

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Arbeit ist ein zentraler Punkt in unserem Leben und Studien haben gezeigt, dass Menschen ohne Arbeit häufig sehr unzufrieden sind. Wir lieben das Gefühl produktiv zu sein und etwas zu schaffen und Arbeit spielt da eine wichtige Rolle. Sie integriert uns in die Gesellschaft, lässt uns soziale Kontakte knüpfen und sorgt dafür, dass das Konto gefüllt wird.

Leider hat nicht jeder das Glück einen Job zu haben, der ihn erfüllt und Freude bereitet. Oft sind monotone Arbeiten und ein schlechtes Verhältnis zum Chef an der Tagesordnung und man hasst jede Minute im Büro. Hinzu kommt, dass einem immer mehr Dinge abverlangt werden. Es ist mittlerweile schon fast normal, dass man unbezahlte Überstunden leistet und lange Wege in Kauf nimmt. Letzteres sorgt für zusätzliche Kosten und weniger Freizeit.

Eine zunehmende Anzahl von Menschen hat sich aus diesem Grund überlegt, dass es doch toll wäre von Zuhause aus zu arbeiten und dem ganzen Stress zu entfliehen.

 

Diese Vorteile genießt man, wenn man von Zuhause aus arbeitet

Der wahrscheinlich größte Zugewinn ist die Flexibilität die das Arbeiten von Zuhause mit sich bringt. Man ist nicht mehr an starre Arbeitszeiten gebunden und kann sich den Tag zu einteilen, wie man es für richtig hält. Für einen Arzttermin muss man sich keinen halben Tag mehr freinehmen (Anmerkung: wer von zuhause aus arbeitet ist interessanterweise auch weniger krank ;) ) und auch die Kinder können zum Sport gefahren werden. Man kann die Mittagspause dann abhalten, wenn man hungrig ist und früher oder später mit der Arbeit beginnen. Alles was nun noch zählt ist, dass du deine Arbeit erledigt bekommst.

Wer den Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden findet, spart sich zudem viel Zeit. Vom Frühstückstisch innerhalb von einer Minute an den Schreibtisch ist purer Luxus. Wenn man nicht mehr eine halbe Stunde im Auto verbringen muss, schont man nicht nur die Umwelt und spart Zeit, sondern läuft auch nicht Gefahr in einen Stau zu geraten. Der Berufsverkehr hat schon so manch einem graue Haare wachsen lassen.

Wenn man über eingesparte Kosten spricht, denkt man natürlich sofort an das Benzin. Hinzu kommen aber noch andere Faktoren wie beispielsweise die Verpflegung. Anstatt jeden Tag ungesunde und überteuerte Gerichte auswärts zu essen, kann man sich direkt an dem heimischen Kühlschrank bedienen und seine Ernährung selbst kontrollieren. 

 

Von Zuhause aus arbeiten bringt aber auch Nachteile mit sich

Nehmen wir die rosarote Brille mal ab, die wohl die meisten aufhaben, die dieses Privileg noch nicht genießen können…

Wer bereits seit längerer Zeit ein Homeoffice hat und hier tätig ist weiß, dass nicht alles daran positiv ist. Viele fühlen sich isoliert, denn hier begegnet man deutlich weniger Menschen als im Büro. Man vermisst die Kollegen und das wilde Wuseln am ehemaligen Arbeitsplatz. Kontakt zu Menschen außerhalb der Familie wird unter der Woche sehr rar.

Auch kommt es oft vor, dass man nicht sonderlich viel erledigt bekommt. Das liegt daran, dass man sich Zuhause sehr gut von der Arbeit ablenken kann. Mal muss die Wäsche gewaschen werden und mal ruft der Putzlappen nach einem. Der Fernseher oder Anrufe können ebenfalls sehr ablenkend wirken.

Hinzu kommt, dass man niemanden mehr hat, der einen motiviert. Es gibt keinen Chef mehr der einem über die Schulter schaut und kontrolliert, ob man denn auch tatsächlich arbeitet. Wenn man will kann man den ganzen Tag auf Facebook verbringen. Eine Konkurrenz zu den Kollegen ist auch nicht mehr da.

Wenn um 16:00 Feierabend war, konnte man früher super abschalten. Der PC wurde runtergefahren und man machte sich auf dem Heimweg. Jetzt, im neuen Homeoffice ist das nicht mehr ohne weiteres möglich. Durch den Wegfall der räumlichen Distanz ist man ständig erreichbar und „im Büro“. Vielen Menschen fällt es schwer Arbeit und Privatleben zu trennen und nach Feierabend abzuschalten.

 

Nichtsdestotrotz ist die Freiheit, entscheiden zu können, was man wann wie und wo arbeitet, ein echtes Geschenk, dass man wahren sollte! Dafür muss man auch mal über seinen Schatten springen und die eigene Komfortzone verlassen. Aber es lohnt sich!

Und damit das auch zuhause klappt, hier ein paar Tipps:

 

So kann du trotz Homeoffice konsequent arbeiten und produktiv sein

Sich einen idealen Arbeitsplatz schaffen

home officeUm den vielen Verlockungen Zuhause zu widerstehen muss man sich perfekte Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört unter anderem das Einrichten des Arbeitsplatzes. Hier sollte man möglichst selten gestört werden und nicht in Versuchung kommen die Arbeit schleifen zu lassen. Wer Kinder im Haushalt hat braucht einen abgetrennten Raum, in dem Ruhe herrscht. Ein Fernseher hat hier in der Regel nichts zu suchen und auch sonstige Dinge mit denen man sich in der Freizeit vergnügt sollten ins Wohnzimmer verbannt werden.

Die Einrichtung des Arbeitsplatzes spielt eine wichtige Rolle. Es sollte ordentlich und strukturiert sein. Im Chaos fühlt man sich nicht wohl und hier herrscht auch kein gutes Arbeitsklima. Es sollte hell und freundlich sein, damit man in einem positiven Gemütszustand ist, denn so ist man am produktivsten.

Da wir die meiste Arbeitszeit im Sitzen verbringen, ist der richtige Stuhl und die perfekte Höhe des Schreibtisches wichtig. Nur wer sich wohl fühlt und seinem Rücken nicht zur Last fällt kann auf lange Strecken konzentriert arbeiten. 

 

Disziplin und Zeitmanagement

Über dieses Thema wurden schon etliche Bücher geschrieben und so kann man erkennen, dass es von großer Wichtigkeit ist. Sich selbst im Griff zu haben ist der Schlüssel zur Produktivität und macht einen enormen Unterschied. Aus der Schule und der Uni kennt man, dass man dazu neigt immer erst unter Druck zu funktionieren und wer feste Abgabetermine hat, kommt sehr in Bedrängnis. Man muss daran arbeiten eine feste Struktur in seinen Tag zu integrieren und es führt kein Weg daran vorbei eine verbindliche To-Do Liste zu erstellen. Diese arbeitet man idealerweise am Abend für den nächsten Tag aus und beginnt mit der wichtigsten Aufgabe.

Man muss sich immer etwas Spielraum lassen, da unvorhersehbare Ereignisse oder Gespräche einem Zeit rauben können. Außerdem sollte man sich selbst nicht zu viel abverlangen, denn wir sind keine Maschinen. Wer 10 Stunden am Stück arbeitet wird sich am Ende nicht mehr konzentrieren können und keine guten Ergebnisse produzieren.

Regelmäßige Pausen helfen dabei kreativ und motiviert zu bleiben und nach jeder Arbeitsstunde sollte man sich für ein paar Minute entspannen. Um sich dies erlauben zu können, ist es ratsam im Vorfeld konsequent zu arbeiten und alle Störungen zu vermeiden. SMS und E-Mails müssen nicht sofort beantwortet werden und auch Facebook und YouTube sind während dieser Zeit ein Tabu.

Es hilft, sich künstlichen Druck aufzubauen und den Fortschritt der eigenen Arbeit penibel zu überwachen. So gerät man nicht in einen passiven Modus, sondern bleibt am Ball!

 

Ein produktiver Lebensstil

Wir arbeiten überwiegend mit unserem Gehirn und dieses wird sehr beansprucht. Wer viel vor dem PC sitzt hat einen deutlichen Bewegungsmangel den es auszugleichen gilt. Man merkt schnell, wenn man erschöpft ist und sollte dann eine Pause einlegen. An die frische Luft zu gehen, einen Spaziergang zu unternehmen oder anderweitig körperlich aktiv zu werden schafft eine willkommene Ablenkung und beugt vielen Probleme vor, die man sonst erleiden kann.

Neben dem Sport ist auch die Ernährung ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils und nur wer gesund ist kann Höchstleistung bringen. Man muss sich nicht unbedingt einen Ernährungsplan aufstellen, aber darauf zu achten was man zu sich nimmt ist eine gute Idee. Jeden Tag Pizza trägt nicht dazu bei produktiver und zufriedener zu werden.

 

Im Endeffekt ist es sehr wichtig trotz der fehlenden Arbeitszeiten eine Routine in den Tagesablauf zu bringen und so wichtige Aufgaben zeitig zu erledigen. Natürlich ist es schön sich auch mal Mittags auf die Couch zu legen, doch langfristig wird man dadurch weder glücklich noch erfolgreich. Genieß die Vorzüge des Homeoffice doch treib es nicht zu doll.

Was fällt dir besonders schwer, wenn du von zuhause aus arbeitest? Und welche Tipps hast du, für Leute, die grade erst mit der „Freiheit“ starten?

3 Kommentare

  1. Alina   •  

    Hi Jessica,

    sehr schöner Artikel.

    Mir fällt es am schwersten einen Feierabend Zeitpunkt zu finden.
    Das Internet ist 24 Stunden verfügbar und man immer hat so viele Ideen im Kopf, die man umsetzen möchte. Da fällt es mir oft nicht leicht den PC runterzufahren, gerade wenn ich mitten in einem Projekt bin. Dann kann es auch mal 4 oder 5 Uhr morgens werden. ;-)

    Liebe Grüße,
    Alina

  2. Leon   •  

    Ja, ich muss da auch zustimmen, was das Abschalten betrifft. Man lässt sich schon sehr leicht ablenken, weil einfach der Druck etwas in einer bestimmten Zeit schaffen zu müssen, nicht da ist.

    Allerdings liegt es im eigenen Interesse, das man sich Selbstdisziplin aneignet und sich die auch selber ein zeitliches Ziel legt. Dann klappt das eigentlich ganz gut.

  3. Serkan   •  

    Ich habe ca. 6 Monate im Home Office gearbeitet und würde davon abraten. Es ist jeden Tag eine Herausforderung, den „inneren Schweinehund“ zu besiegen. Noch schwerer wird es, wenn man Kinder hat, die nicht mal zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Da ist Ruhe im Arbeitszimmer so gut wie unmöglich :)

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