Authentizität – warum du unperfekt einfach besser bist!

Kennst du die auch, diese Menschen, die sich krampfhaft bemühen alles richtig zu machen, nur den besten Eindruck zu hinterlassen? Deren Authentizität der eines gephotoshoppten Glanzfotos entspricht?

Ja, genau die, die mit übertrieben gekünstelter Herzlichkeit dir morgens deine Brötchen verkaufen (ein Graus, dieses gesäuselte, immer fröhliche „Ja gern, darf's sonst noch was sein?“). Gern auch gesehen bei Politikern aller Fraktionen, die sich „unter's Volk mischen“ und in stundenlangen Monologen letztendlich kein einziges verwertbares Wort heraus gebracht haben.

 

Autoverkäufer, Versicherungsvertreter, Bäckersfrau – Authentizität oft Fehlanzeige

Bitte erschlagt mich nicht, ich will hier weiß Gott nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt sie, die tatsächlich voll in ihrem Job aufgehenden, authentischen Ableger dieser Gattungen. Und wenn wir auf solche treffen, spüren wir das seeeehr genau!

Doch der Großteil dieser Berufsgruppen agiert eben nicht aus tiefsten, intrinsischen Motiven, aus tiefster innerer Begeisterung und Überzeugung heraus, sondern verfolgen andere Ziele, wie „reich werden“. Oder den Grundsatz, das herzliche Höflichkeit als Muss eben forciert werden muss, egal, wie viel Anstrengung es den Einzelnen kostet.

Doch Authentizität heißt auch, einfach nur du zu sein. Deinen „Herzenswünschen und -einstellungen“ oder auch deiner intrinsischen Motivation zu folgen – und in Hinblick auf die gesellschaftliche Grundordnung, den gängigen Status Quo, bedeutet das eben auch Nonkonformismus und „aus der Rolle fallen“.

 

Keiner von uns wollte dort rein

Erinnere dich zurück an deine Kindheit. Vieles war neu, es gab so oft neue Dinge zu erleben, neue Fähigkeiten zu entwickeln und du warst einfach offen für Veränderungen und ganz nah bei dir.

Zeit interessierte nicht. Dein Lebensstil war durchweg hedonistisch, ohne dass du dieses Wort jemals vorher gehört hättest. Alles war einfach Genuss-orientiert, Zeitdruck bzw. Zeit hatte keine Macht über das, was du tun wolltest. Du hast beim Lernen auch viele Fehler gemacht und aus ihnen dazu gelernt, wärst niemals auf die Idee gekommen, dass das „nicht perfekt“ sein könnte.

Und dafür gibt es einen wirklich simplen Grund: Du BIST perfekt! Denn in dir drin bist du schon perfekt DU!

 

Authentizität als Baustein des Erfolgs

Ob du nun Hausfrau und Mutter, Büroangestellter oder Handwerker – ja, sogar Politiker bist, solange du das, was du tust, aus echter Überzeugung heraus machst, springt das auch über! Schließlich gibt es nicht nur den geschäftsmäßigen Erfolg, sondern auch den ganz persönlichen, der einfach dazu gehört.

 

Unperfekt macht sympathisch

Ich glaube das ist in uns Menschen auch irgendwie schon fest angelegt, dass wir auf zu viel Perfektion allergisch reagieren oder aber unsere Alarm-Signale davon ausgelöst werden. Wer zu perfekt erscheint, hat in der Ansicht Vieler etwas zu verbergen.

Ehrlichkeit und Perfektionismus sind in unserem Denken nicht vereinbar. 

 

Du kannst alles – und du musst es nicht perfekt beherrschen!

Es gibt einen wundervollen Satz, den ich nur jedem ans Herz legen kann:
„Warte nicht, bis etwas perfekt ist, sondern fang einfach an!“

Denn in der Tat wachsen wir am besten mit unseren Taten, lernen während wir machen, immer mehr dazu. Ganz einfach, ohne Zwang oder Druck, weder von außen noch aus uns selbst heraus.

 

Die feinen Antennen der Menschen

Ohne zu beschönigen, dass wir heute mehr denn je durch die Medien und die Informationsfluten immer mehr abstumpfen, so ist es doch nicht von der Hand zu weisen, dass wir mindestens genauso häufig „ein gutes Gefühl“ oder „ein schlechtes Gefühl“ bei etwas oder jemandem haben.

Das ist unsere ganz natürliche Intuition, ebenso wie „mit jemandem auf einer Welle zu liegen“.
Und da ist es eben mit der Perfektion so eine Sache: Wer Perfektion anstrebt, stellt sich selbst irrsinnig unter Druck. Und wer sie schon fast erreicht hat, wirkt so natürlich wie ein Plastikelefant im Blumenbeet.

Da fehlt einfach jegliche Resonanz zwischen ihm und dir, egal, was er von dir will!

 

Erfrischend authentisch – einfach DU!

Mit diesem Artikel möchte ich dich auch ermuntern, ein wenig „Innenschau“ zu betreiben.

Wo bist du voll und ganz du selbst? Wo fühlt es sich hakelig oder sperrig an und was könnte dahinter stehen?

Eine Freundin hat lange mit sich gehadert, wenn sie ihre selbstgeschaffenen Choreographien verpatzt hat. Sie war Fitness-Coach und liebte die Step-Aerobic-Stunden, nahm sich immer viel Zeit neue Moves auszuarbeiten und mit passender Musik abzustimmen.  Doch sie hatte einen „Fehler“: Während des Kurses trank sie zu wenig und die Dehydration brachte ihr direkt auf dem Fuße ein Vakuum im Kopf – und sie war raus. Bis ihr die Teilnehmer sagten, dass unter anderem aus diesem Grund ihre Kurse so erfrischend anders wären gegenüber den anderen Fitnesstrainern: Durchgestylt und über-perfekt durchchoreographiert verliefen die Kurse nach Schema F. Bei Sabine wussten die Teilnehmer, dass der Kurs immer für eine Überraschung gut war. Ob für eine Gewollte oder auch eine Ungewollte. So mutierte das C. ihres Zweitnamens als Inbegriff für „Chaos“ – und sie zur beliebtesten Trainerin der Stadt und des Umkreises.

Und genau SO solltest auch du deine perfekte Unperfektion annehmen und leben.

Authentizität entspricht ehrlichem Sein und genau das wollen die Menschen heute erleben und spüren.

Ob aus deinen Texten oder Artikeln heraus dein ehrlichstes Ich spricht oder deinen Taten. Fakes gibt es genug auf der Welt, Authentizität ist erfrischend anders, herzlich und liebenswert! Und das Schöne daran: Je mehr Menschen einfach ehrlich authentisch agieren, umso schneller wird es der neue Status Quo!

Gehör dazu, gehöre zu denjenigen, die mit authentisch-sympathischer Art das Leben und sogar die Gesellschaft selbst revolutionieren. 

9 Kommentare

  1. Hendrik   •  

    Heute ist der Gradient für uns Leser aber doch etwas hoch zum Montag. ;-)
    Wer nach „Authenzität“ und „intrisisch“ noch dabei ist, muß sich schon sehr zusammenreissen und schleunigst zum Duden greifen, um an „Nonkonformismus“ und „hedonistisch“ vorbei zu kommen ;-)
    Und wer hat Montag eine Duden an seiner Seite?!

    Bitte bleibe weiterhin leicht zu lesen, wie wir es gewohnt sind … du weisst ja, 5 Sekunden und Ihre Mail liegt im Papierkorb ;-) … war jeher ein sehr realer Marketing-Tipp, umso mehr, wenn man bedenkt, dass dies mit einem unverstandenen, unbekannten und ungeklärten Wort noch schneller erreicht wird, wenn es nicht umgehend im Text ge- und erklärt wird.

    Ansonsten sehr guter Beitrag :-)

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Hendrik, danke für deinen Kommentar. Allerdings kann ich diesen nicht ganz nachvollziehen. Denn die Bedeutung dieser Wörter, bzw. die Bedeutung in Bezug auf den Inhalt, ist eigentlich im Nachhinein immer erklärt. Wie du dem Kommentar von Andi entnehmen kannst, scheint die Empfindung sehr unterschiedlich zu sein ;) Dennoch hoffe ich, dass du diese Nacht nicht vom Duden träumen musst :D VG Jessica

      • Hendrik   •  

        Der Beitrag ist sehr gut, wie Deine anderen auch – es war nur ein Hinweis, dass nach diesen speziellen Wörtern nicht mehr jeder inhaltlich und nachhaltig am Ende Deines Beitrages ankommen kann und wird ;-)

  2. andi   •  

    Sehr netter Post, ich finde das entspannte und ehrliche schreiben am besten.
    Irgendwas „gekünzeltes“ ist nicht so mein Ding. Dein Schreibstyl gefällt mir daher bist Du auch in meinen Feedly.
    LG

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Andi, freut mich sehr, dass dich meine Inhalte ansprechen :) Ich bin auch nicht so der Fan von steifem, abgehobenen Geschreibse. Frei weg von der Leber..Vor allem an einem Montag :D VG Jess

  3. Jakob Linnemann   •  

    Hallo Jessi,

    ein sehr guter Artikel. Wie Du weißt, arbeite ich mit vielen Unternehmen zusammen. Dadurch weiß ich, dass viele sich nicht so geben, wie sie tatsächlich sind. Nach außen wollen sie besser dastehen, nach innen hinein sind sie verbesserungswürdig.

    Doch es gibt eine Reihe von bodenständigen Unternehmer, die ihr „ICH“ ausleben. Sie wissen, dass jeder Mensch Fehler macht. Und sie stehen dazu. Diese „Eins-Sein“ mit sich und der Umwelt ist mir weit aus sympatischer als der „Schein“.

    Ich kenne z. B. einen Obstverkäufer auf dem Marktplatz. Der Mann spricht nur Plattdeutsch. Viele Leute kaufen bei ihm ein, weil er nur plattdeutsch spricht und immer gute Sprüche auf Lager hat. Er ist ein Unikat. Er macht auch Fehler, die gibt er auch zu. Macht meistens ein Witz daraus und spricht von Unzulänglichkeiten des Menschen, weil ja viele Menschen das kennen. Und das macht ihn so sympatisch.

    Danke, Jessi, für diesen Artikel!

  4. Bianca   •  

    Genau Jessica,

    weg vom Perfektionismus und hin zu unseren kleinen liebenswerten „Macken“.
    Mir sind Videos am liebsten, wenn dahinter ein Mensch ist, der sich auch mal verspricht.
    Und es eben nicht perfekt in der Darstellung ist.
    Und seitdem ich das für mich erkannt habe: „Ich muss nicht perfekt sein!“, bin ich viel entspannter. 
    Danke für deinen Artikel!
    Herzliche Grüße
    Bianca

  5. Pia   •  

    Hallo Jessica,

    zum Thema Authentizität hätte ich noch etwas beizutragen. Viele Unternehmer unterschätzen die Macht des Aussehens. Die Stimmigkeit von Kleidungsstil und Farben sind oftmals ein wichtiger Faktor, um beim Gegenüber gut anzukommen, weil man seine Persönlichkeit damit unterstreichen kann. Nicht passende Farben, können jemanden z.B. fahl und müde aussehen lassen. Auch die Unternehmensfarben kann man prima damit finden. Einen Blog dazu habe ich auf meiner Homepage.

    Danke für die vielen nützlichen Tipps

    Viele Grüße Pia

  6. Michel Plaga   •  

    Klar, unperfekt und mit kleinen Macken kommt einfach menschlicher, natürlicher rüber. Niemand hat Bock auf den gekünselten Typen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Newsletter anmelden & Gratis Ebook herunterladen!