Die Kunst auch mal NEIN zu sagen und wie du dadurch mehr erreichst

Unsere gesamte Kindheit wurden wir darauf vorbereitet unseren Platz in der Gesellschaft zu finden und uns den herrschenden Regeln anzupassen. Dieser Prozess der Sozialisation ist nie wirklich abgeschlossen und noch immer arbeiten wir unterbewusst daran Akzeptanz zu finden. Wir sind so Gesellschaftskonform, dass uns die kleinsten Verstöße gegen die Norm direkt auffallen und wir über sie urteilen. Sieht man jemanden der einen alternativen Lebensstil verfolgt, sind unsere Köpfe automatisch voller Vorurteilen und gewagten Annahmen.

Wir selbst kennen das, wenn andere uns verurteilen, weil wir unser Haus nicht für die Arbeit verlassen müssen, oder uns bei gutem Wetter in mit dem Laptop und einiges Snacks entspannt in einen Park oder den Garten legen.

 

Zu Beginn hat mich dies einiges an Überwindung gekostet

Ein Ausdruck unserer gelungenen Sozialisation ist, dass es uns unglaublich schwer fällt eine Bitte oder Anfrage zu verneinen. Wenn ein Freund anruft und um einen Gefallen bittet, sagt man so gut wie nie nein. Solange dies auf Gegenseitigkeit beruht ist das kein Problem, doch sehr häufig nehmen wir beim Einstieg ins Online Marketing diese Gepflogenheit mit in das Geschäftsleben.

 

Wieso es uns so schwer fällt “Nein” zu sagen

Wie so oft im Leben liegen die Wurzeln für unser Verhalten in der prägenden Zeit der Kindheit. Hier war das Wort “Nein” ein ständiger Begleiter. Wir hatten nur Flausen im Kopf, steckten voller Tatendrang, waren sehr neugierig und hatten keine Furcht. Unsere Eltern gaben auf uns Acht und bei den meisten unserer mehr oder weniger guten Ideen mussten sie einschreiten. Wenn man beispielsweise auf die Herdplatte greifen wollte, hörten wir ein entsetztes “NEIN!” der Mutter oder des Vaters. Ebenso wenn wir mit dem Essen spielten, Dreck an unseren Klamotten abwischten, uns Gefundenes in den Mund stecken wollten etc.

Wir haben uns dieses Wort gut gemerkt und in der Jugend haben wir oft die Anfragen der Eltern auf genau diese Weise beantwortet.

“Du musst zuerst deine Hausaufgaben machen, bevor du spielen gehen kannst”.

Wer hierauf mit “Nein” geantwortet hat, hatte sehr wahrscheinlich mit Konsequenzen und Bestrafungen zu rechnen und so wurde uns eingetrichtert, dass wir lieber nicht zu häufig “Nein” sagen, sondern uns dem fügen was uns vorgesetzt wird.

Als Kind war dies eine schlaue Strategie, da die Erwachsenen meistens deutlich mehr Weitblick hatten als wir, doch heutzutage sind wir in der Lage eigene Entscheidungen zu treffen. Das zu tun was andere von uns fordern endet häufig darin, dass unsere eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen.

Wir lieben es “Ja” zu sagen, weil wir den Menschen gerne helfen, zu viel Wert darauf legen die Gefühle der anderen nicht zu verletzen, uns davor fürchten ihre Zuneigung zu verlieren und uns nicht genügend Zeit nehmen um über unsere Entscheidung nachzudenken. Einfach ein schnelles “Ja” zu entgegnen ist häufig auf kurze Sicht ein einfacher Ausweg aus einer Situation.

 

Was passiert, wenn du niemals “Nein” sagst

Wer zu allem “Ja” und “Amen” sagt, geht damit den Problemen nicht aus dem Weg. An einem gewissen Punkt gerät man in einen Interessenskonflikt und stellt die eigenen Wünsche und Ziele unter die der Auftraggeber und Freunde. Was auf den ersten Blick nobel klingt, ist langfristig ein sicherer Weg den eigenen Erfolg zu verpassen.

Darüber hinaus läuft man Gefahr, sich so viel Arbeit aufzuhalsen, dass man ab einem gewissen Punkt den Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Ist dies der Fall, gilt man schnell als unzuverlässig, vernachlässigt treue Kunden und überarbeitet sich. Darunter leidet die Qualität und das Ergebnis an sich.

Indem man zu viele Aufträge und Gefälligkeiten erledigt, gerät man zunehmend in eine Situation in der man seine Freizeit gegen Geld tauscht. Wenn die Lebensunterhaltskosten in die Höhe steigen, kann man sich an einem gewissen Punkt nicht mehr aus diesem Hamsterrad befreien.

 

Die Vorteile die du genießt, wenn du Anfragen auch mal ablehnst

Du solltest dich schnell daran gewöhnen, jede Entscheidung gründlich zu durchdenken und eine rationale Entscheidung zu treffen. Gewöhne dir an zu gewissen Dingen “Nein” zu sagen und fühle dich dabei nicht schlecht. Du führst ein Unternehmen und musst dessen bzw. deine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.

Du wirst schnell merken wie befreiend es ist, wenn du nicht länger das machst, was andere von dir erwarten, sondern ausschließlich das, was dich deinen Zielen näher bringt und glücklich macht. Du wirst so nicht nur deutlich effektiver arbeiten, sondern dein Einkommen Monat für Monat steigern können, anstatt dich stets im selben Hamsterrad zu befinden.

Darüber hinaus wirst du feststellen, dass du nicht für den Erfolg anderer Menschen verantwortlich bist. Falls diese sich in eine Abhängigkeit von dir begeben haben, solltest du sie aus Gründen der Fairness rechtzeitig vorwarnen, bevor du Aufträge ablehnst. Dies bringt dich zudem in eine gute Situation um Preiserhöhungen durchzusetzen. So kannst du unliebsame Aufträge etwas interessanter machen, da deine Entlohnung gesteigert wird. Springt der Kunde ab, ist dies kein Beinbruch und du hast mehr Zeit dich um die für dich wichtigen Dinge deines Businesses zu kümmern.

 

Mit folgenden Tipps kannst du das „Nein sagen“ üben

Nur weil du nun deine Präferenzen etwas verschieben wirst, heißt das nicht, dass du unfreundlich sein musst und anderen einen Strich durch ihre Kalkulationen machst. Dir wird es zu Beginn wahrscheinlich sehr schwer fallen Anfragen abzulehnen und somit ist es notwendig, dass du dich langsam an die neue Situation gewöhnst.

Starte damit dir für jede Antwort etwas Zeit zum Antworten einzuräumen. Überlege dir genau ob die geforderte Tätigkeit und Bezahlung für dich zielführend sind. Falls nicht, solltest du dir Gedanken darüber machen sie lieber abzulehnen, oder den Preis deutlich zu erhöhen.

Falls du mit einer Entscheidung nicht voran kommst, solltest du dir einen Zettel zur Hand nehmen, aufschreiben welche Vorteile du aus der Situation schlagen kannst, wie viel Zeit du benötigst und welche wichtige Aufgabe auf Grund dessen hinten angestellt werden muss. Beachte auch, dass du stets Freizeit verlierst, die auch einen Wert hat.

Im Endeffekt läuft alles darauf hinaus, dass du deine Zeit sinnvoller und effektiver verwenden kannst, wenn du unliebsame Kundenaufträge und Gefälligkeiten ablehnst. Indem du kurzfristiges Geld nicht annimmst, hast du mehr Zeit dein langfristiges Wachstumspotential zu erhöhen und lässt dir mehr Zeit für Kreativität und Orientierung. Dies ist als Unternehmer sehr wichtig, damit man nicht den Blick für das große Gesamtziel verliert.

2 Kommentare

  1. Frank Oschatz   •  

    Klasse Artikel… Man weiß es im Grunde, vergisst es aber immer wieder. ;-) Danke, Jess, fürs in Erinnerung bringen.

  2. Martje   •  

    Hallo Jessica,

    mit diesem Thema (im privaten Bereich) habe ich mich letzte Woche auch ganz intensiv beschäftigt. Ich denke, ein wichtiger Punkt ist, seine Prioritäten und Ziele zu kennen, um dann die richtige Entscheidung treffen zu können.
    An diese sollte man sich dann natürlich auch halten und das NEIN ohne schlechtes Gefühl aussprechen.
    Liebe Grüße
    Martje

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