Gastbeitrag von Jan Brinkmann: Wie man vom Angestellten zum Online Business Unternehmer wird!

Im heutigen Artikel möchte ich meinen lieben Kollegen Jan Brinkmann zu Wort kommen lassen. Er erzählt euch seine Geschichte. Wie er es geschafft hat, sich ein Online Business aufzubauen, von dem er Leben kann, mit dem er aber auch eine Vision verfolgt. Lest, welche Schritte er gegangen ist, welche Fehler er gemacht hat und was ihn letztlich erfolgreich machte.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Jan dafür bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat und uns seine inspirierende Story erzählt! Danke Jan :)

Los geht´s!

Ich heiße Jan und betreibe die Plattform codingtutor.de. Jessica hat mich gefragt ob ich nicht über mein Online Business und Hürden die mir begegnet sind schreiben möchte. Nur zu gern! Ich glaube ich kann die ein oder andere hilfreiche Erkenntnis weitergeben.

 

Meine Motivation für das eigene Business

Ich war längere Zeit als Angestellter in IT-Unternehmen tätig. Zuerst mit dem Schwerpunkt Linux (Webserver), später dann als Entwickler. Die Arbeit war interessant und spannend, hat mich aber immer weniger ausgefüllt. Warum war mir nicht bewusst, aber der Wunsch zur Veränderung war vorhanden.

Beschäftigt hat mich schließlich, dass meine Arbeit in der Welt nicht viel bewegt. Ob nun der nächste eCommerce-Shop online geht oder nicht, bringt uns insgesamt nicht vorwärts. Aber genau das war mein Wunsch. Einen Unterschied machen. In der Gesellschaft etwas bewegen. Nicht unbedingt mit einem Startup und der nächsten innovativen Idee. Ich wollte einfach etwas verändern.

Mein erster Ansatz dazu war, das als Freelancer zu erreichen. Mir gefiel der Gedanke mehr Freiraum zu haben. Und im englischen Sprachraum war der Freelancer weniger Freiberufler, mehr Solopreneur. Also habe ich mir einen Kundenstamm nebenberuflich aufgebaut. Den kompletten Sprung in die Selbstständigkeit habe ich aber nie gemacht. Es fühlte sich an wie vom Regen in die Traufe zu kommen.

Über einen Kollegen bin ich auf die digitalen Nomaden aufmerksam geworden. Alles was ich mit dem Begriff Freelancer verbunden habe, hat sich hier konkretisiert. Mein Wunsch ein Lifestyle Business zu betreiben nahm Gestalt an. Unternehmer sein. Einer passenden Zielgruppe maximalen Mehrwert bieten.

Mir geht und ging es dabei wirklich nicht in erster Linie um’s Geld. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag ist bis heute nicht optimal. Dafür baue ich mir etwas auf, arbeite an meiner eigenen Idee. Natürlich ist Geld ein wichtiger Aspekt im Leben. Aber ich möchte einfach ohne finanzielle Sorgen von meinen Projekten leben können. Etwas nachhaltiges aufbauen. So kann ich mich noch mehr darauf konzentrieren und weiteren Mehrwert bieten. Ein tolles Zitat bringt das auf den Punkt:

Wir produzieren keine Filme um Geld zu verdienen. Wir machen Filme um noch mehr Filme drehen zu können. – Walt Disney

 

Worum geht es in meinem Business?

Ich biete über meine Online Akademie auf codingtutor.de Videotrainings für Web- und Appentwickler an. Die Kurse umfassen mittlerweile über 1000 Videos, es gibt passende Übungsaufgaben und direkte Hilfe von mir bei Problemen. Ein erfahrener Ansprechpartner ist eine enorme Erleichterung, gerade für Einsteiger.

Von außen wirkt dies mittlerweile gut durchdacht. War es aber nicht immer. Es gab ein erstes Konzept, aber kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit dem Feind. Es hat gedauert. Ohne ausprobieren geht es nicht. Ganz zu Beginn gab es zudem nur kostenlose Inhalte. Bis schließlich der erste kostenpflichtige Kurs entstand.

Doch das lief nur mäßig. Ich hatte aber auch keinerlei Ahnung von Marketing und dem Verkauf.

 

Was ich gerne damals gewusst hätte

Positionierung: Das beste Marketing auf diesem Planeten*. Von all den Büchern rund um Marketing ist dies mit Abstand das wertvolles für mich gewesen.

Ich bin mir sicher, es hätte mir bereits zu Beginn geholfen. Denn ich hatte immer Probleme genau zu definieren was ich eigentlich anbiete. Nahezu unmöglich es dann anderen zu erklären.

Ich hatte eine Art Bauchladen in dem es “dies und das” gab. Mein Thema war zu weit gefasst: “Programmieren lernen”. Es gibt enorm viele Programmiersprachen und Teilbereiche. Fast unmöglich das richtige Angebot zu bieten. Was fehlte war ein klares Profil. Das hat sich mit dem Buch geändert.

Außerdem hätte ich gerne mehr Vertrauen in meine Ideen gehabt. Mir war nicht bewusst das es wirklich so lange dauert. Du hast Dein Konzept. Daran musst Du arbeiten, es am Markt testen, wieder verbessern. Das geht einfach nicht von heute auf Morgen.

Geholfen hat mir dabei das Buch Traction*. Der Gründer der Suchmaschine DuckDuckGo beschreibt ein junges Unternehmer wie einen Eimer voller Löcher. Er hat das Potential große Mengen Wasser zu transportieren (Sinnbild für vielen Kunden). Ganz am Anfang bleibt aber nur wenig hängen (schlechte Conversionrate). Es geht aber nicht darum mit dem perfekten Eimer an den Start zu gehen. Wichtiger ist überhaupt erste Kunden zu finden. Darauf kannst du aufbauen. Ohne vorherige Erfahrung einen Eimer zu finden der sich über Nacht füllt, ist nahezu unmöglich.

 

Mein gefühlter Durchbruch

Alle Versuche hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auf meiner eigenen Plattform umgesetzt. Technisch als Entwickler kein Problem. Aber zu erfolgreichem Marketing gehört eben noch mehr. Da spielen Psychologie, Design und die richtigen Strategien ebenfalls eine Rolle.

Schließlich bin ich auf Udemy aufmerksam geworden. Ohne große Erwartungen habe ich auch dort meinen Kurs angeboten. Das hat alles verändert, wenn auch nicht über Nacht. Aber exakt die gleichen Inhalte verkauften sich schlagartig. Udemy hat sogar meinen iOS-Kurs in das Marketing aufgenommen. Plötzlich war der Erfolg vorhanden. Meine Idee war validiert. Und noch wichtiger: ich habe eine Reihe toller Menschen über Udemy kennengelernt (wie z.B. Jessica). Für all das bin ich wirklich sehr dankbar.

Und so verschwanden meine Zweifel. Mit Vertrauen im Hinterkopf habe ich mich auf auf diesen Weg konzentriert. Über 10000 Studenten, 500 positive Bewertungen und viele wunderbare Rückmeldungen später, bin ich überzeugter denn je. Ich bin nun seit Ende Oktober selbstständig. Ich habe das Freelancing mittlerweile reduziert und betreibe codingtutor.de. Es ist nach wie vor sehr viel Arbeit, aber es geht langsam und stetig vorwärts.

 

Konkrete Hürden die mir begegnet sind

Schwierig fand ich es zu Beginn Umsätze zu erzeugen. Mir war nicht klar woran es scheitert:

  • Ist das Produkt uninteressant?
  • Verhindert das Layout die Conversions?
  • Vielleicht vertrauen die Kunden mir als Marke nicht?
  • Ist es der Zahlungsanbieter?
  • Oder muss ich auch andere Verkaufstexte schreiben?
  • Was mache ich beim Marketing falsch?

Schwer ohne Ansprechpartner eine Gleichung mit so vielen Variablen zu lösen. Wenn dann das Vertrauen in den möglichen Erfolg fehlt, ist es nahezu unmöglich. Wie erwähnt war der Erfolg auf Udemy für mich gedanklich enorm wichtig.

Zusammengefasst war einfach das fehlende Wissen rund um Marketing eine echte Bremse. Für mich war lange Zeit nicht klar wie der Erfolg erreicht wird. Und die angeblichen Gurus erklären keine nachhaltigen Strategien, sondern meist nur oberflächlich einzelne Aspekte. Und auch darauf bin ich reingefallen, hab eine ganze Menge Lehrgeld investiert.

Es war aber auch wirklich leicht in die Falle zu tappen: Ich wollte Antworten, sie haben sie versprochen. Als Entwickler suche ich nach logischen und greifbaren Lösungen. Heute weiß ich das es den goldenen Weg nicht gibt. Am Ende kommt aus auf das Machen an. Was wirklich funktioniert, musst Du selbst herausfinden.

 

Was ich anders machen würde

Zu Beginn dachte ich Werbung funktioniert über den Direktverkauf. Ich bewerbe einen Kurs über AdWords. Über die passenden Anzeigen kommen zum Beispiel 10 Leute auf meine Seite. Wenn jeder Klick 1€ kostet, wäre bei einem Verkauf mit dem Preis von 19€ ein Gewinn von 9€ entstanden. So einfach ist es leider nicht (mehr?).

Heute würde ich weiter auf bezahlte Werbung setzen. Ich würde aber anders vorgehen. Strategischer, in Verbindung mit Content Marketing. Menschen auf die eigenen Inhalte leiten. Pixel für das Retargeting setzen. E-Mailadressen und Leads einsammeln.

Zuvor habe ich bei meinen Nischenseiten das andere Extrem gelebt. Da habe ich mich auf SEO-Traffic gestützt. Experimente brauchen mit organischem Traffic aber einfach viel zu lang. Wenn das Projekt nebenbei läuft ist das gut. So ein skalierbares Business aufzubauen, ist aber wirklich schwierig.

Außerdem würde ich vermutlich nicht einfach einen Kurs erstellen und dann überlegen wie er verkauft werden kann. Ich würde erst mit dem Marketing beginnen. Treffe ich mit dem Thema einen Nerv? Kann ich überhaupt genug Besucher und Leads über bezahlte Kanäle gewinnen? Eine wichtige Hürde! Wenn das schon vorher nicht geht, hilft es nicht 4 Wochen lang ein Training zu erstellen um später zur gleichen Erkenntnis zu kommen. Toller Nebeneffekt: es gibt beim Launch gleich erste Interessenten.

Wenn euch das Programmieren interessiert, schaut unbedingt mal auf Jan´s Website vorbei: codingtutor.de

3 Kommentare

  1. Franz   •  

    Herzlichen Glückwunsch, lieber Jan!
    Toll dass du deine Kurse jetzt auf deiner eigenen Plattform anbietest.
    Viel Erfolg!

  2. andi   •  

    Super Cool finde ich das. Sind die Kurse auch für komplette Programmier Anfänger ? Welche kannst Du empfehlen als Einsteiger ?
    Also hast Du mittlerweile eine eigene Vertriebsplatform ? oder nutzt Du weiterhin noch Udemy ?

    Danke

    • Jan Brinkmann   •  

      Hey Andi, vielen Dank!

      Teils sind die Kurse für komplette Einsteiger, manche richten sich an fortgeschrittene. Von meinen eigenen Kursen wären bspw. der Java Kurs oder der Web für Einsteiger zu empfehlen.

      Ich habe mittlerweile meine eigene Plattform die ich weiter ausbaue. Und bisher bin ich auch noch weiterhin auf Udemy vertreten (mal sehen wie sich die Plattform nach den letzten Turbulenzen nun entwickelt). Aber auf codingtutor.de entstehen ohnehin einfach immer mehr Inhalte, die dort exklusiv verfügbar sind. Auch Abzeichen und Urkunden (Gamification) entsteht gerade auf codingtutor.de. Das bietet Udemy so leider überhaupt nicht.

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