Micro Influencer Marketing – Wenn weniger mehr ist…

Influencer Marketing ist so aktuell wie nie – auch wenn es diese Form der Werbung bereits seit dem 18. Jahrhundert gibt. Das Prinzip ist einfach: Um dein Produkt an die richtige Zielgruppe zu bringen, nutzt du eine bekannte Autorität aus der Zielgruppe, welche dafür Werbung macht. Deswegen siehst du im TV sehr häufig bekannte, (teilweise) anerkannte Persönlichkeiten.

Diese Autoritäten sind Influencer, denn sie haben einen entscheidenden Einfluss auf eine bestimmte Gruppe von Menschen.

Im Online Marketing wird immer wieder von der Effektivität von Influencer Marketing gesprochen. Doch Beginner wissen meist nicht so richtig, wie sie vorgehen soll, um damit wirklich erfolgreich zu werden.

In diesem Artikel geht es deswegen – ganz speziell – um Micro Influencer Marketing. Denn wenn du es clever anstellst, kann ein kleiner Influencer den größten Nutzen für dich haben.

 

Das Influencer Marketing 1×1 

Falls du noch nicht weißt, was man sich unter Influencer Marketing vorstellen soll, erkläre ich es gerne kurz und knapp.

Auf sozialen Plattformen tummeln sich allerhand Personen mit einer großen Anhängerschaft (Follower). Diese Menschen gelten als Vorreiter oder Identifikationsfigur zu einem bestimmten Thema. Sehr beliebt auf Instagram sind zum Beispiel die Themen Fitness und Mode.

Salopp gesagt drückst du einer Person mit einer großen Anhängerschaft dein Produkt in die Hand, sie macht ein Review oder ein Post dazu und empfiehlt es an ihre Follower. Damit hast du über eine Person deine Werbereichweite stark vervielfacht und nebenbei auch noch perfekt targetiert. Denn idealerweise engagierst du einen Influencer, dessen Follower auch dein Produkt interessant finden.

Übrigens machen es so auch die richtig großen Fische wie etwa Tommy Hilfiger, Nike und diverse Fitnessmarken.

 

Was ist mit Micro Influencer Marketing gemeint?

In den sozialen Medien gibt es große und kleine Influencer. Der Parameter ist immer die Followerzahl und gegebenenfalls die durchschnittliche Like-Zahl. Die meisten denken, dass es für die Werbezwecke umso besser ist, wenn der Influencer so viele Follower wie möglich hat – doch dem ist nicht immer so.

Oftmals stellen die kleinen – die sogenannten Micro Influencer – einen viel effizienteren Werbekanal dar.

 

Worüber definiert sich ein Micro Influencer?

Eine Studie von Digiday (https://digiday.com/marketing/micro-influencers/) gibt Aufschluss darüber, wie die Likerate sich mit den zunehmenden Followerzahlen eines Influencers verändern. So konnten wir folgendes feststellen:

  • Influencer mit 1000 Follower: Likerate bei 8,03%
  • Infuencer mit 1000-10.000 Follower: Likerate bei 4,04%
  • Influencer mit 10.000-100.000 Follower: Likerate bei 2,37%

Und bei einem riesigen Influencer mit mehr als 10.000.000 Followern sinkt die Likerate auf gerade einmal 0.05%. Einen selbigen Abwärtstrend ist auch bei den Kommentaren zu erkennen.

Anhand dieser Auflistung lässt sich errechnen, dass ein Influencer mit einer Anhängerschaft zwischen 10.000 und 100.000 am interessantesten für dich ist. Am besten sind sogar die, die im unteren Mittelfeld kreisen. Also mit einer Followerzahl von 10.000-25.000. Hier ist die Absolute Likerate im Verhältnis zur Followerzahl am höchsten. Dies sind die Micro Follower.

In der Branche bekommt man eigentlich erst ab 25.000 Follower „offiziell“ den Status als Influencer. Manche Agenturen arbeiten aber auch mit Influencern unter 10.000 Follower.

Die verschiedenen Relevanzen unter den Influencern bringen jede Menge Vorteile für dich und die Vermarktung deines Produktes. Darauf wollen wir jetzt eingehen.

 

Warum ist ein Micro Influencer so lukrativ?

Gnack, eine Social Ad Plattform gibt an, dass mehr als die Hälfte (ca. 55%) aller Kunden auf das Prinzip vom Micro Influencement zurückgreifen. Dies allein ist ein Wert, der für sich spricht.

Die glasklaren Vorteile ergeben sich auf zwei Seiten:

  1. Auf Seiten des Influencers
  2. Auf Seiten der Follower

Die Vorteile auf Seiten des Micro Influencers

1. Geringe bis gar keine Kosten

Zunächst einmal ist ein Micro Influencer nicht so teuer wie ein riesengroßer Fisch. Vergleiche zum Beispiel Christiano Ronaldo mit der Kommunikationswissenschaften-Vollzeitstudentin mit 13.000 Follower. Es ist klar, wer von den beiden ein höheres Honorar für deine Produktplatzierung verlangt. Eine Studentin mit wenigen Followern macht es vielleicht sogar kostenlos oder verlangt lediglich ein kostenloses Exemplar deines Produktes.

2. Nahbarkeit

Durch den höheren Status ist selbstverständlich auch die Nahbarkeit ein wichtiger Faktor. Als Neugründer ist es weitaus einfacher, an einen Micro Influencer heranzukommen, als an eine von den Kardashian Schwestern.

3. Authentizität

Der dritte große Vorteil ist das Engagement. Ein Micro Influencer steckt in den meisten Fällen mehr Herzblut in seine Social Media Präsenz. Für ihn ist es ein Hobby, eine Sache, die er gerne tut. Bei großen Ikonen gehört Social Media oft nur noch zur geplanten Selbstvermarktung. Sie sind weniger darauf aus, wirklich guten Content zu liefern. Micro Influencer sind dagegen gnadenlos authentisch.

Und selbst wenn ein Christiano Ronaldo für dich erreichbar sein sollte, gibt es trotzdem viele Gründe, weshalb du auf Micro Influencer nicht verzichten solltest.

(Trotzdem kann es nicht schaden, wenn ein Promi Werbung für dein Produkt macht…)

 

Die Vorteile auf Seiten der Follower

1. Punktgenaue Targetierung

Hier wird es wirtschaftlich so richtig effizient. Denn Micro Influencer Marketing bringt immer auch eine punktgenaue Targetierung mit sich. Die Anhängerschaft von kleinen Social Media Präsenzen beschränkt sich auf Familie, Freunde und auf themenaffine Menschen. In diesen Kreisen genießt der Micro Influencer hohes Ansehen und sehr viel Vertrauen, sowie einen Expertenstatus. Wenn du bei der Auswahl clever bist, erreichst du genau die Menschen, die tatsächlich Interesse an deinem Produkt haben.

Wenn Jay-Z ein Posting über Luxus Herrenjacken macht, kommt selbst von seiner großen Gefolgschaft nur ein Bruchteil dafür in Frage, denn andere Teile sind zum Beispiel Frauen oder Jugendliche, die sich noch keine Luxusjacke kaufen können. Die Zielgruppe ist hier kaum greifbar und spaltet sich untereinander zusätzlich.

2. Das Bedürfnis nach Individualität

Heutzutage möchte jeder Mensch eine eigene Individualität. Niemand möchte die gleiche Kleidung tragen und jeder möchte gegenüber seinen Mitmenschen einen Schritt voraus (oder zumindest in die andere Richtung) sein. Dieses Kundenverhalten lässt sich auf alle Bereiche übertragen. Im Marketing sind es Wissensvorteile, in der Mode sind es Alleinstellungsmerkmale und beim Fitness sind es Wettbewerbsvorteile und Anerkennung.

Wenn jeder Follower einem Christiano Ronaldo hinterherläuft, würden alle ihr Wunsch nach Individualität vernachlässigen. Deswegen lieben es User so sehr, Teil einer kleineren Gefolgschaft zu sein und exklusive Inhalte zu bekommen.

Wer von euch kennt nicht das Gefühl, einen unbekannten Musiker nur so lange gut zu finden, bis er berühmt wird? Hier ist es ähnlich.

 

10 Micro Follower sind effektiver als ein Ronaldo

Hast du bereits ein Produkt, das du vermarkten möchtest? Dann sei gespannt! Denn jetzt bekommst du eine unverschämt effektive Marketingstrategie – einfach so aus dem Nähkästchen.

Anhand der Vorteile ist es für uns ersichtlich, dass wir uns auf Micro Influencer konzentrieren wollen. Doch warum sollen wir nur einen Micro Influencer engagieren, wenn wir auch 10 oder mehr haben können?

Das Geniale ist nämlich, dass jeder einzelne Vorteil bei jedem einzelnen Influencer in der gleichen Intensität zu Tragen kommt. Wenn du 20 Micro Influencer engagierst, hast du vielleicht in der Summe so viele Follower erreicht, wie mit einem Christiano Ronaldo. Jedoch genießt du alle Vorteile, die ich dir gerade aufgelistet habe.

Du vervielfachst dein Marketingpotential und steuerst fast immer punktgenau die richtige Zielgruppe an und hast kaum Kosten. Wenn du also hoch hinaus möchtest, schnappe dir einen Micro Influencer nach dem anderen!

 

Wie finde ich einen Micro Influencer?

Zwei Wege führen dich zum Ziel. Entweder du recherchierst selbst zum Beispiel unter deinen Kontakten oder du nutzt ein nützliches Tool.

Ein sehr gutes Recherchetool für Social Media Präsenzen ist Buzzsumo. Es hat sich darauf spezialisiert, alle relevanten Daten eines Profils zu analysieren und auszuwerten. Du brauchst nur ein themenspezifisches Schlagwort einzugeben und das Tool liefert dir eine Liste mit allen Personen, die darauf passen. Buzzsumo ist einsetzbar für Facebook, Twitter, Pinterest und LinkedIn.

Buzzsumo Influencer Suche

Du kannst auch Gebrauch von der oben genannten Social-Ad Plattform Gnack machen. Hier werden dir Influencer mit bis zu 10.000 Followern vermittelt. Wenn du einen guten Influencer gefunden hast, halte die Beziehung aufrecht und erkenne seine Leistung an. So kann sich vielleicht eine nachhaltige Geschäftsbeziehung entwickeln, von der beide Seiten profitieren.

 

Fazit

Influencer Marketing birgt jede Menge Potenzial und kann sowohl von großen, wie auch kleinen Firmen genutzt werden. Der Markt gibt hier so viel Diversifikation her, dass wir aus einem riesigen Pool die Influencer herauspicken können, die uns am weitesten bringen.

Aus Unternehmersicht gibt es nur wenige Vertriebswege, die so effizient sind – vorausgesetzt man stellt es clever an.

Ich hoffe, dass dieser Artikel dich inspiriert hat und für die Vermarktung deines Produkts eine Hilfe darstellt.

Influencer Marketing: Chancen, Potenziale, Risiken, Mechanismen, strukturierter Einstieg,...
  • Erwin Lammenett
  • Herausgeber: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Taschenbuch: 134 Seiten

1 Kommentar

  1. Matthias Fuchs   •  

    Guter Beitrag

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