So triffst du schnellere und bessere Entscheidungen

Welche Hose ziehe ich heute an? Habe ich noch genug Zeit um eine Tasse Kaffee zu trinken bevor ich los muss? Soll ich zuerst meine E-Mails checken oder diesen einen wichtigen Anruf erledigen?

Wir alle treffen tagtäglich unzählige Entscheidungen. Laut dem Münchener Hirnforscher Ernst Pöppel sind es rund 20.000 pro Tag (!). Die meisten hiervon fällen wir blitzschnell und unterbewusst, schließlich muss beispielsweise wohl kaum jemand von uns ernsthaft darüber nachdenken ob er beim Umschalten der Ampel auf Grün Gas geben sollte. Man tut es einfach. Andere Entscheidungen lassen sich nicht so einfach treffen: Wir überlegen lange hin und her und entscheiden uns am Ende falsch oder eventuell auch überhaupt nicht und verschieben die Entscheidung.

Kennst du das auch? Ich wette: ja!

Und ich wette auch, dass du dir schon öfter gewünscht hast dich schneller entscheiden zu können. Daher soll es im heutigen Artikel darum gehen warum es so wichtig ist Entscheidungen zu treffen, warum uns dies oft so schwer fällt und wie man schneller und einfacher bessere Entscheidungen trifft.

 

Warum es so wichtig ist Entscheidungen zu treffen

Wenn du eine Entscheidung triffst, kannst du einen Fehler machen. Dieses Risiko besteht natürlich immer. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass du einem potentiellen Kunden ein Angebot machst und er es ablehnt weil es ihm nicht zusagt oder ihm einfach zu teuer ist. Passiert dir dies und du fragst nachher nach woran es lag, dass du nicht den Zuschlag erhalten hast, kannst du später immerhin von dieser Erfahrung profitieren und dir daraus für die Zukunft Handlungen ableiten (z.B. eine bessere, leichter verständliche Leistungsbeschreibung formulieren, einen günstigeren Preis ansetzen o.ä.).

Wenn du dich allerdings überhaupt nicht entscheiden kannst und – um bei unserem Beispiel zu bleiben – solange an deinem Angebot feilst, hin- und herdenkst und umformulierst oder die Erstellung immer wieder verschiebst bis ein anderer den Zuschlag bekommen hat, war deine Mühe einfach nur für die sprichwörtliche Katz. Du hast keine Erfahrungen gesammelt und nichts für die Zukunft gelernt. Hättest du stattdessen eine Entscheidung getroffen, hättest du im besten Fall einen interessanten Auftrag in der Tasche gehabt und im schlechtesten Fall immerhin etwas dazugelernt. Daher ist es enorm wichtig, dass du überhaupt Entscheidungen triffst und idealerweise sollte dies auch noch möglichst schnell passieren. Ich denke, dass dir das klar ist.

Warum fällt es uns dann trotzdem oft so schwer Entscheidungen zu treffen? Eigentlich ist dies ganz einfach zu erklären:

Mit jeder Entscheidung, die du für etwas triffst, entscheidest du dich gleichzeitig gegen alle anderen Möglichkeiten!

Während der Entscheidungsfindung denkst du über die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten nach und in dir keimt die Angst vor einem Verlust auf. Dies lähmt dich und auch nach einer Entscheidung flackert sicher auch bei dir immer wieder das Gefühl auf eventuell etwas verpasst oder einen Fehler gemacht zu haben. Wie kannst du nun also schneller und einfacher bessere Entscheidungen treffen? Die nun folgenden Tipps können dir dabei helfen!

 

So triffst du schneller und einfacher bessere Entscheidungen

Setze dir kurz- und langfristige Ziele

Setze dir unbedingt immer (realistische) Ziele, denn so kannst du alle deine Entscheidungen danach ausrichten diese zu erreichen. Wenn du dir das langfristige Ziel gesetzt hast in diesem Jahr beispielsweise zehn neue Webseiten zu starten und es dein kurzfristiges Ziel ist in dieser Woche das komplette Glossar einer dieser Seiten fertigzustellen, hast du immer konkrete Aufgaben vor dir, die du abarbeiten kannst.

Erstelle ehrliche Pro- und Contralisten

Schriftliche Listen, die alle Pro- und Contrapunkte einer möglichen Entscheidung ehrlich gegenüber stellen, können dir enorm helfen. Visuell veranschaulicht siehst du schneller und besser ob zu viele Punkte gegen eine Entscheidung sprechen als wenn du sie nur im Kopf hast und immer wieder einzeln “hervorholen” musst.

Höre auch auf dein Bauchgefühl

Natürlich sollte man sich bei großen Entscheidungen nicht allein auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern am besten immer die Für- und Widerpunkte gegenüberstellen und sorgfältig nachdenken (s.o.). Wenn du allerdings bei einer Entscheidungsmöglichkeit von Anfang an ein wirklich schlechtes Gefühl hast, solltest du sie verwerfen. Oft weiß unser Bauch vor unserem Kopf was für uns gut ist, auch wenn wir uns dies nicht eingestehen wollen. Wirkt das Angebot eines potentiellen Geschäftspartners beispielsweise toll auf dich, kommt er dir aber gleichzeitig von Anfang an dubios vor, ist dies meist leider auch tatsächlich der Fall.

Feste Abläufe und Routinen

Täglich unzählige Entscheidungen immer wieder neu treffen zu müssen kann sehr ermüdend sein und kostet unnötig viel Zeit. Daher solltest du versuchen möglichst viele Abläufe und Routinen in deinen Alltag einzubauen. Wenn du also immer morgens als erstes alle deine E-Mails abarbeitest, dann vier Stunden an Kundenprojekten arbeitest, eine Pause machst und anschließend deine eigenen Projekte nach einer festen Routine pflegst, musst du nicht ständig darüber nachdenken was du als nächstes machst, weil du diese Entscheidung schon im Vorraus getroffen hast.

Denke vorwärts und nicht zurück

Aus Fehlern lernt man bekanntlich und es ist auch absolut in Ordnung darüber nachzudenken welche Entscheidungen in der Vergangenheit schlecht waren, damit man in Zukunft bessere fällen kann. Wenn du allerdings ständig nur “Hätte ich doch…”, “Was wäre gewesen wenn…” oder “Ich hätte nie dies und das tun sollen” denkst, blockierst du dich selbst bei Entscheidungen. Du kannst die Vergangenheit nicht mehr ändern, egal wie lange du darüber nachdenkst.

Du hast heute die Entscheidung gefällt diesen Artikel zu lesen. Ich hoffe, dass du sie auch im Nachhinein noch als richtig betrachtest. Wie hast du deine größten Entscheidungen getroffen? Welche Taktiken wendest du an?

3 Kommentare

  1. Michael   •  

    sehr gut beobachtet. ich denke, ich sollte wirklich schneller entscheiden.

  2. Joachim   •  

    Es gibt keine falschen Entscheidungen!!!!!
    An einer bestimmten Stelle muss ich mich entscheiden und ich habe mich entschieden nach bestem Wissen und Gewissen. Punkt.
    Alles andere ist: „was wäre wenn“ und das nutzt mir an der Entscheidungsstelle überhaupt nichts.
    Ich, und die meisten von uns, sind ja keine Hellseher.

  3. Marold   •  

    Toller Artikel, hält einem den Spiegel vor das Gesicht! Einfach geschrieben trifft aber den Nagel auf den Kopf!! Danke!!!

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