Texte schreiben lassen – So sieht das perfekte Briefing aus

Früher oder später kommt man in seinem Business oft an einen Punkt, an dem man nicht mehr alles selber machen kann oder möchte und daher Aufgaben an externe Dienstleister vergibt. Texterstellung lässt sich besonders gut outsourcen, da man hier keine sensiblen Daten weitergeben muss (wie es beispielsweise der Fall wäre wenn jemand direkt an deiner Webseite oder Datenbank arbeitet), man viel Zeit einsparen kann und du – gerade wenn du selbst kein professioneller Schreiber bist – deinen Besuchern und Google so auch besseren Content präsentieren kannst.

Natürlich muss der Texter, den du beauftragst, hierzu aber auch verstehen wie du dir den fertigen Text genau vorstellst, was du damit erreichen willst und welche Punkte es zu beachten gilt. Wenn dies nicht der Fall ist und du dich unklar ausdrückst wirst du eventuell einen Text erhalten, der dich enttäuscht und am Ziel vorbei geht. Es ist also enorm wichtig den Texter vorher ordentlich zu briefen damit er eine Arbeit abliefert, die genau dem entspricht, was du dir wünschst. Daher soll es im heutigen Artikel darum gehen worauf du beim Texterbriefing unbedingt achten solltest. Außerdem möchte ich dir anhand eines Beispiels zeigen wie ein gutes Briefing aussehen könnte.

Worauf du beim Briefing achten solltest

Folgende Punkte sollten beim Schreiben eines Briefings unbedingt mit aufgenommen werden:

Zielgruppe

Für wen soll der Text verfasst werden? Diese Information ist für den Texter sehr wichtig: Gibst du beispielsweise einen Text über die Auswirkungen des neuesten Google-Updates in Auftrag, muss klar sein ob sich dieser an Menschen richtet, die noch keine oder kaum Erfahrungen in der Suchmaschinenoptimierung haben oder an SEO-Profis. Einen Text, der nur auf das Update ansich Bezug nimmt und mit Fachbegriffen gespickt ist, würde der Laie nicht verstehen während ein Text, der grundlegende Begriffe erklärt, fortgeschrittene SEOs langweilen würde.

Ziel des Textes

Was soll mit dem Text erreicht werden? Möchtest du Neukunden gewinnen? Soll der Text den Kauf eines bestimmten Produktes forcieren? Ist es dein Ziel zu dem Textthema umfangreich und mit Mehrwert zu informieren? Nur wenn der Autor das Ziel des Textes kennt kann er ihn auch entsprechend aufbauen.

Inhalte und Aufbau

Um dem Texter zu zeigen welche Punkte dir beim Auftrag besonders wichtig sind, solltest du ihm auch einen Überblick darüber geben wie du dir den fertigen Text vorstellst und ihm ebenso den gewünschten Aufbau erklären. Wie du dies machen kannst zeige ich dir gleich anhand eines konkreten Beispiels in diesem Artikel.

Kernaussage

Auch wenn du dem Texter bereits mitgeteilt hast worum es in deinem Text gehen soll und wie dieser aufgebaut sein soll, solltest du ihm trotzdem noch mitgeben welche Kernaussage der Text beinhalten soll. So vermeidest du, dass er falsche Schwerpunkte setzt und deine beabsichtigte Kernaussage untergeht.

Ansprache

Ein Text kann – je nach verwendeter Ansprache – völlig anders wirken. Daher muss der Texter wissen wie er deine Leser ansprechen soll: Soll beispielsweise geduzt oder gesiezt werden oder soll es garkeine direkte Ansprache geben? Legst du diesen Punkt im Voraus nicht fest werden leicht zeitraubende Korrekturen nötig.

Stil

Ansprache und Zielgruppe ergeben nicht automatisch einen bestimmten Schreibstil. Wenn du beispielsweise im Briefing angibst, dass der Text sich an Jugendliche richten soll und diese geduzt werden sollen, könnte der Texter automatisch davon ausgehen, dass er den Text jugendlich und “flapsig” unterhaltend formulieren soll. Eventuell möchtest du aber einen ganz seriösen, rein informativen Text haben, der sich an Jugendliche richtet. Um Missverständnisse zu vermeiden solltest du daher auch immer festlegen in welchem Stil deine Texte geschrieben werden sollten. Auch die Textart (z.B. Blogartikel, Produktbeschreibung, Test) solltest du immer angeben.

Keywords

Welche Keywords sollen im Text vorkommen? Wie oft sollen diese etwa eingesetzt werden und – ganz wichtig – auf welchem Keyword sollte der Hauptfokus liegen?

Länge des Textes

Du solltest dem Texter immer eine ungefähre Wortanzahl mit an die Hand geben, an der er sich orientieren kann (z.B. 800 – 1.000 Wörter). Tust du dies nicht kann der Text deutlich kürzer als gewünscht oder viel zu lang und aufgeblasen werden. Ganz exakte Vorgaben, wie sie in manchen Textbörsen üblich sind (z.B. 1.000 Wörter) sind wenig sinnvoll, da sich der Texter dann mehr darauf konzentrieren muss diese genau zu treffen als auf die eigentliche Qualität des Textes.

Punkte ausschließen

Gibt es Dinge, die in deinem Text nicht vorkommen sollen oder dürfen? Dann teile dies dem Texter im Briefing auch unbedingt mit!

Beispieltexte

Hast du bereits einen Text vorliegen, der dem entspricht, was du du auch beim aktuellen Auftrag vorstellst? Wunderbar! Dann zeig ihm den Texter als Beispiel!

Deadline

Damit der Texter weiß bis wann er zu liefern hat, solltest du immer einen Abgabetermin im Briefing angeben. Setze diesen deutlich früher an als du den Text tatsächlich brauchst – so bekommst du keine Terminschwierigkeiten wenn Verzögerungen durch Nachfragen, Korrekturen oder unerwartete Zwischenfälle auftreten.

 

So lang wie nötig, so kurz wie möglich

Während die einen Ein-Satz-Briefings verfassen, bei denen der Auftragnehmer zu fast allen Punkten nachfragen muss, fallen andere in das gegensätzliche Extrem und verfassen unglaublich lange und überdetaillierte Briefings. Bei einem Briefing gilt jedoch “So lang wie nötig, so kurz wie möglich”. Verfasst du dein Briefing zu ausführlich kostet dich dies nicht nur dermaßen viel Zeit, dass du den Artikel auch gut hättest selbst schreiben können (ich habe schon Briefings gesehen, die die vielfache Länge des gewünschten Textes hatten), sondern du schränkst den Texter auch in seiner Kreativität ein. Wenn dieser sich bei seiner Arbeit vor allem darauf konzentrieren muss beispielsweise Keyword X exakt vier mal und Keyword Y exakt sechs mal einzusetzen und jeder Textabschnitt starre Vorgaben hat, wird der Text automatisch schlechter.

 

So sieht ein gutes Briefing aus

Nun weißt du welche Punkte es beim Schreiben eines Textbriefings zu beachten gilt. Um diese verständlicher zu machen möchte ich dir auch noch ein Beispiel für ein gutes Briefing geben. In diesem soll ein Blogartikel zum Thema “Newsletteranbieter” erstellt werden.

„Hallo Texter XY,
ich benötige einen Blogartikel zum Thema “Newsletteranbieter”. Der Text richtet sich an Webseitenbetreiber, die bisher keinen eigenen Newsletter anbieten. Er soll den Lesern aufzeigen welche Vorteile ihnen die Nutzung eines Newsletteranbieters bietet und ihnen einen Überblick über die gängigen Anbieter inkl. Vor- und Nachteile bieten. Ziel des Artikels ist es Eintragungen bei den Anbietern über meine Webseite zu erreichen.

Kernaussage des Textes: Jeder Webseitenbetreiber sollte einen Newsletteranbieter nutzen, da diese viele Vorteile bieten.

Aufbau des Artikels:

Einleitung
Warum du als Webseitenbetreiber einen Newsletteranbieter nutzen solltest
Vorstellung der Anbieter Mailchimp, Getresponse, Newsletter2Go, CleverReach inkl. der jeweiligen Vor- und Nachteile, Preise und Features
Fazit

Bitte duze den Leser im Artikel und formuliere den Text informativ und sachlich. Verzichte auf die grundsätzliche Erklärung eines Newsletters (Webseitenbetreiber wissen was dies ist). Bitte verwende im Text folgende Keywords und Variationen davon je etwa 3-5 mal: Mailchimp, Getresponse, Newsletter2Go, CleverReach. Jedes dieser Keywords sollte auch einmal in den entsprechenden Zwischenüberschriften eingesetzt werden. “Newsletteranbieter” ist das Hauptkeyword und sollte daher in der Überschrift, in der Einleitung und auch im weiteren Text noch ein paar mal vorkommen.

Wortzahl: Ca. 1.000 – 1.500
Abgabedatum: XX.XX.XXXX“

Das liest sich doch deutlich besser und ist für den Texter sicher verständlicher als “Schreibe mir bitte einen Text mit 1.000 – 1.500 Wörtern über die gängigen Newsletteranbieter” bzw. endlose Vorgaben, oder? Hast du einmal die Struktur eines richtigen Briefings verinnerlicht, wird es dir leicht fallen diese bei jedem Briefing zu reproduzieren und deinen Textern klar zu machen, was genau du dir wünscht. Natürlich wird es dich auch dann noch bei jedem Auftrag Zeit kosten dieses individuell zu erstellen – verglichen mit der Zeit, die du mit Nachfragen und Korrekturen aufgrund eines ungenauen Briefings verschwenden würdest ist diese Zeit aber immer gut angelegt. 

Tipp: Kaufst du nicht bei den anonymen Textbörsen ein, sondern beschäftigst bestimmte Autoren immer wieder, wissen diese nach einer Weile auch von alleine worauf du Wert legst und werden deine Textaufträge sogar mit einem stark verkürzten Briefing zu deiner Zufriedenheit ausführen können.

Hast du bereits selbst Texte in Auftrag gegeben? Falls ja: Wie hast du deine Briefings bisher gestaltet?

6 Kommentare

  1. andi wp   •  

    Danke für das Beispiel. Aber man sollte doch nur einen nehmen oder?
    Ansonsten ist es doch komisch, wenn man verschiedene Schreibstile hat .
    Hast Du Erfahrung?
    Projekte wo du verschiedene Texter hast ?
    LG

    • Jessica Ebert   •     Author

      Das kommt mMn aufs Projekt an. Bei Texten mit persönlichen Touch, sollte es ein fester Texter sein. Bei unpersönlicheren Texten wie zb Shop-Artikel Beschreibungen, sind mehrere Texte durchaus möglich. VG Jess

  2. Jens   •  

    Hallo Jessica,

    deinem Beitrag kann ich mich nur vollends anschließen. Das Briefing ist ein wichtiges Schlüsselelement in der Texterstellung und sollte gewissenhaft erstellt werden.

    Ich kann aus zweierlei Standpunkten berichten: Einerseits bin ich selbst über Jahre hinweg als Ghostwriter und Texter unterwegs gewesen und habe mich den Herausforderungen mangelnder Briefings hingegeben – und auf der anderen Seite vergebe ich nun projektgebunde Textaufgaben weiter an externe Autor/innen.

    Es ist wichtig im Briefing den notwendigen Rahmen vorzugeben, jedoch auch einen gewissen Spielraum zu ermöglichen. Hilfreich ist hier eine vordefinierte Checkliste, die alle notwendigen Punkte gegliedert wiedergibt. Eine solche Checkliste wurde meinerseits bei Textaufträgen für Auftraggeber gerne hervor geholt. Sie diente zudem als Auftragsformular und war im Bestellablauf integriert ( realisiert über Google Formular ). So gehen keine Informationen verloren, die für eine Texterstellung äußerst wichtig sind.

    Im weiteren Verlauf einer Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Schreibkraft sind durchaus schleichende Verständlichkeiten und Erfahrungswerte vorhanden, sodass durchaus das Briefing in drei Sätzen beendet sein kann. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kann entstehen und eine langfristig und beidseitig zufriedenstellende Kooperation ist möglich.

    Die Texterstellung kann nur glücklich beendet werden, wenn das Briefing ordentlich verfasst worden ist.

    Viele Grüße
    Jens

  3. Wolfgang   •  

    Da ich gerade dabei bin einen Blog auf zu bauen kommt mir der Artikel gerade recht. mir scheint du hast den richtigen Riecher dafür.

    Viele Grüße
    Wolfgang

  4. Timo   •  

    Danke für die Tipps und das konkrete Beispiel.
    Ich habe für manche Dinge ebenfalls schon Texter beauftragt und habe gemerkt,
    das ich bei dem Briefing bessere Vorgaben machen muss. Teilweise waren die Texte echt nicht das was ich wollte. Denke mit diesen Tipps und klaren Vorgaben wird das besser :-)

    Gruß Timo

  5. Pingback: Trello - Wie du dein Business und dich selbst managen kannst

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