Über den Tellerrand geschaut – 4 verkannte Wege, dein Produkt erfolgreich zu verkaufen

Du hast es endlich geschafft: Dein eigener Online Kurs oder dein eigenes E-Book ist fertig! Du hast zahllose Stunden damit verbracht dein Wissen und deine Erfahrungen zielgruppengerecht und verständlich aufzuarbeiten, hast immer wieder korrigiert und verworfen und bist dir schließlich sicher ein Produkt mit Mehrwert erschaffen zu haben. Ein tolles Gefühl, oder? Nun musst du dein Produkt „nur“ noch an den Mann oder die Frau bringen.

Doch ist es hierzu wirklich nötig einen aufwendigen Sales Funnel aufzusetzen? Muss man teure automatisierte Lösungen kaufen, die von vielen erfolgreichen Internetmarketern empfohlen werden, oder gar selbst etwas programmieren?

Ganz gleich ob du dein Infoprodukt gerade fertig gestellt hast, es bereits über deine Webseite vertreibst oder du es erst planst – dieser Artikel soll dir dabei helfen deinen Blickwinkel zu erweitern und neue, einfache Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten zu finden. Gemeint sind hiermit Onlinemarktplätze wie Ebay und Amazon. Auf diesen Marktplätzen kann man nämlich nicht nur physische sondern auch digitale Produkte verkaufen. Und noch besser: Die Marktplätze helfen dir sogar beim Marketing und bieten dir Möglichkeiten, die du bei einer eigenen Verkaufsseite nicht hast. Doch welche Marktplätze sind zum Vertrieb von digitalen Produkten geeignet?

 

Ebay

Ebay ist vor allem als Marktplatz für gebrauchte Dinge bekannt. Vom seltenen Münzfehldruck bis hin zur Hüpfburg gibt es hier eigentlich alles. In den letzten Jahren haben sich jedoch viele Verkäufer professionalisiert: Ebay hat sich immer mehr vom Trödelmarkt für Privatverkäufer zu einem Marktplatz wie Amazon gewandelt. Auch digitale Produkte wie Kurse, Webseiten und EBooks können hier verkauft werden und finden ihre Abnehmer.

Nun fragst du dich: Warum sollte ich meine digitalen Produkte auf einem Marktplatz anbieten, der nicht gerade dafür bekannt ist diese zu führen? Ganz einfach: Mach dir bewusst WIE groß bzw. gut besucht Ebay ist!

Laut statista.com konnte die deutsche Ebay Webseite im Oktober 2014 21,01 Millionen Besuche verzeichnen. Zum Vergleich: Zalando wurde in diesem Zeitraum, trotz Dauerwerbung auf allen Kanälen, „lediglich“ 3,87 Millionen mal angesurft. Lass dir diese Zahl – 21,01 Millionen – mal durch den Kopf gehen: Natürlich wird nur ein relativ kleiner Teil dieser Besucher in den Kategorien für digitale Produkte stöbern – aber selbst wenn prozentual gesehen nur wenige Ebaybesucher in den für dein Produkt passenden Kategorien stöbern, sind dies vermutlich immer noch deutlich mehr Menschen als deine eigene Verkaufsseite je sehen werden. Ebay kann deinem Produkt außerdem zusätzliche Reichweite verleihen indem es unter thematisch passenden Produkten unter der Überschrift „Passend dazu gibt’s noch weitere tolle Angebote“ angezeigt wird.

 

Udemy

Udemy ist ein „Online Learning Marketplace“, d.h. hier kann man seine eigenen Kurse anbieten um anderen Wissen zu vermitteln. Auf dem Marktplatz findet man bereits über 25.000 Kurse, in denen man alles – von Yoga über Fotografieren bis hin zum Programmieren – lernen kann.

Hier werdenerden Kurse in 80 (!) Sprachen angeboten, Udemy hat nach eigenen Angaben über sechs Millionen Nutzer. Wenn du deinen Kurs bei Udemy einstellst und selbst vermarktest, ist dies für dich vollkommen kostenlos (bis auf ein paar Prozent, die dir für Zahlungsgebühren) abgezogen werden). Für alle Kursteilnehmer, die Udemy dir vermittelt, bekommst du 50% der Einnahmen.

Neben der hohen Reichweite hat der Marktplatz im Gegensatz zu einer eigenen Verkaufsseite noch einen großen Vorteil: Udemy übernimmt ohne weitere Kosten den Kundenservice, die Zahlungsabwicklung und die Hosting-Gebühren.

Ich habe selbst bei udemy einige Kurse eingestellt: Facebook Marketing für Einsteiger und Profitable LandingPages mit Instapage

 

Fedora

„Create a Course – It's Free“, so wird man gleich auf der Startseite von Fedora, einem weiteren Anbieter für Onlinekurse, begrüßt. Tatsächlich bietet dir der englischsprachige Online-Kurs-Anbieter zahllose Möglichkeiten zur Kurserstellung und Vermarktung wie mehrsprachige/ mobiloptimierte Verkaufsseiten, Coupons, Landingpages und vieles mehr (alle Features hier: https://usefedora.com/features/) kostenlos an. Du zahlst lediglich einen US-Dollar + 10% des Preises pro Verkauf deines Kurses an das Unternehmen. Dank flexibler Preismodelle kannst du dich jedoch auch dazu entscheiden einen monatlichen Beitrag und dafür prozentual weniger zu zahlen.

Bei Fedora solltest du jedoch beachten, dass die Zahlungsabwicklung nur über Kreditkarte stattfindet. Außer du bietest auch Dollar als Währung an. Dann gibt es zusätzlich PayPal als Zahlungsoption.

 

Amazon

Amazon ist DER Marktplatz für E-Books. 24,8 Millionen Besucher konnte die deutsche Webseite des US-Unternehmens laut statista.com im Oktober vergangenen Jahres verzeichnen und nicht wenige davon dürften auch nach digitalen Produkten suchen. Denn Amazon hat das Potential digitaler Produkte schon vor längerer Zeit für sich entdeckt und bewirbt E-Books massiv (besonders seit es den Kindle E-Bookreader gibt).

Amazon hilft dir mit dem kpd-Programm (kindle direct publishing) nicht nur dein E-Book zu erstellen, sondern zeigt es auch unter thematisch passenden Produkten an („Kunden kauften auch…). Auch die Bestsellerlisten und einstellbare Aktionen (z.B. dein E-Book für kurze Zeit günstiger oder gratis) helfen dir beim Marketing.

Dies waren nur einige Beispiele. Es gibt „da draußen“, in den unendlichen Weiten des Internets, noch andere, oft auch sehr spezifische Marktplätze und Anbieter, die dir das Leben in Bezug auf deine Online-Kurse und Ebook leichter machen können. Dieser Artikel soll dir helfen dich von der Vorstellung zu lösen, dass du unbedingt eine eigene Verkaufsseite brauchst.

Auch ich nutze ich die Möglichkeiten, die Amazon bietet und habe mehrere Kindle Bücher veröffentlicht. Hier findest du meine Autorenseite

Doch warum gehen die großen Internetmarketer so selten darauf ein Marktplätze als Verkaufsinstrument zu nutzen? Nun, natürlich haben Marktplätze auch ihre Nachteile.

 

Was sind die Nachteile von Marktplätzen?

Ein großer Nachteil von Marktplätzen ist, dass du nie die volle Kontrolle, wie bei einer eigenen Verkaufsseite, hast. Ändert der Marktplatz beispielsweise seinen Suchalgorithmus, kann es sein, dass dein Produkt kaum noch gefunden wird. Außerdem steht dein Produkt auf einem Marktplatz nicht allein, sondern inmitten von Konkurrenzprodukten da. Auch bei den Einnahmen musst du Abstriche machen, denn natürlich musst du für das einstellen oder zumindest pro Verkauf deines Produkts Gebühren bezahlen. Ein zusätzlicher Grund warum viele Internetmarketer auf eigene Lösungen statt auf Marktplätze setzen, sind die oft nur sehr eingeschränkten Statistiken. Weiter kannst du nur etwas umständlich Verkaufsfunnels aufbauen. Außerdem kannst du je nach Marktplatz nicht auf die Kundendaten zugreifen, wie z.B. bei Amazon Kindle. Allerdings gibt es Tricks, mit denen du trotzdem an den Kunden rankommst. So kannst du in einem Kindle Ebook zu Beginn oder am Ende den Leser dazu auffordern, sich in ein Newsletter-Formular einzutragen, damit er immer die neuste Version des Ebooks bekommt. 

 

Fazit

Nicht jeder, der ein eigenes digitales Produkt veröffentlichen möchte, muss auch eine eigene Verkaufsseite aufsetzen. Hier hat man zwar den höchsten Gewinn pro Produkt, muss sich die Reichweite allerdings auch selbst aufbauen und potentielle Kunden auf die Seite locken. Die Erstellung von Verkaufsseiten und Mitgliederbereichen ist sehr aufwendig für Technik-Laien und auch den Supportaufwand sollte man dabei nicht unterschätzen. Marktplätze hingegen schmälern zwar durch Gebühren den Gewinn pro Produkt, können dank ihrer Reichweite und integrierten Marketingmöglichkeiten aber auch für viele neue Kunden sorgen. Auch die Übernahme von Support, Hosting und sonstiger Technik durch den Marktplatz spart Zeit und Geld. Ob man auf eine eigene Verkaufsseite inklusive voller Kontrolle und umfangreichen Statistiken oder auf Marktplätze setzt, sollte jeder individuell für sein Produkt entscheiden. Es gibt digitale Produkte, die auf den Marktplätzen sehr gut laufen, andere hingegen nicht. 

Doch was spricht dagegen beides parallel zu versuchen? Es sagt ja keiner, dass die eigene Umsetzung nicht weiterlaufen kann wenn man sein Produkt auf einem Marktplatz einstellt. In den USA nutzen bereits viel mehr Internetmarketer die Möglichkeit ihre digitalen Produkte auch über Marktplätze zu vertreiben. Es gibt sogar bereits Infoprodukte, die dir erklären wie du dein Produkt beispielsweise in den Bestsellerlisten nach oben pushst. Öffne die Augen und entdecke neue Möglichkeiten!

15 Kommentare

  1. Yvonne   •  

    Hallo Jessica,

    bin neulich über Brian ( Backlinko) auf Udemy aufmerksam gemacht worden und darunter deine Kurse gefunden:) Liege ich richtig mit der Annahme, dass Udemy erst langsam in Deutschland startet?

    Grüße,
    Yvonne

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Yvonne, ja, Udemy ist in DE noch nicht ganz etabliert. Es wird aber daran gearbeitet. VG Jess

  2. Katharina Lewald   •  

    Hey Jessica, schöner Artikel! Vor allem die Zahlen, die das Ganze noch untermauern, finde ich aussagekräftig. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meine Onlineprodukte bei eBay einzustellen. Es kann aber sicher nicht schaden das mal auszuprobieren.

    Wie du weißt, experimentiere ich gerade ein wenig mit Udemy herum. Bin bisher auch ganz zufrieden. Wie sich das in Zukunft entwickelt – ob über Udemy also auch Neukunden auf mich aufmerksam werden, die dann wiederum andere Produkte oder Services bei mir kaufen – wird sich noch zeigen. Bisher habe ich das Gefühl, dass vor allem über mich Kunden zu Udemy kommen, umgekehrt weniger ;-)

    Viele Grüße
    Katharina

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Katharina, ja, derzeit ist das Marketing für DE noch nicht so stark. Soll aber Schritt für Schritt etabliert werden. Bei mir ist es mittlerweile so, dass ca. 30% über Udemy direkt zu mir kommen. Vor allem auch über die Gutscheinaktionen. Das Schöne ist, dass ich diese Kunden wiederum auch für meine anderen Kurse dann gewinnen kann :) VG Jess

  3. David Wagner   •  

    Hi Jessica,

    sehr interessanter Artikel. Ich denke die Kombination macht es.

    Danke!

  4. Klaus   •  

    Wir sehen uns gerade auch Udemy als Vermarktungsinstrument an. Allerdings sind da noch einige Punkte offen:
    – Transparenz (Stichwort Kennzahlen)
    – Vergleichbarkeit von Produkten (z.B. ein Kurs x mit y vergleichen) – leider ist es nicht immer ganz einfach dem Nutzer die Unterschiede klar darzustellen, bzw. manche Unterschiede können eben auch darüber nicht dargestellt werden
    – Freiheit in der Gestaltung der Kursseiten

    Für ein paar Worte darüber wäre ich dir dankbar

    Gruss Klaus

    PS: Da Gründer ja auch einen Teil deiner Zielgruppe darstellt wäre ein persönlicher Gedankenaustausch vielleicht auch in deinem Interesse ?!

  5. Sasho   •  

    Hallo,
    danke für den Bericht.
    Ich Blogge aktuell über Infoprodukte welche ich teste.

    Udemy ist mir ganz neu.

    Habe deinen Blog jetzt gefeedlyt ;)

  6. Angelika   •  

    Hallo Jessica,
    habe Udemy erst über Deine Kurse kennengelernt. Beides, Udemy und Deine Kurse, sind super empfehlenswert. Schade nur, dass es sehr wenig deutschsprachige Angebote gibt. Hoffe, das wird noch mehr. Am besten, Du produzierst noch ein paar Kurse:-))

    Viele Grüße
    Angelika

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Angelika, freut mich, dass dir meine Kurse gefallen. Grundsätzlich ist von udemy schon geplant, das Ganze in DE weiter zu etablieren. Und ich werd auch noch ein paar Kurse beisteuern ;) VG Jess

  7. George W. Shanaya   •  

    Hallo liebe Jessica,

    wollte mich einfach mal auf diesem Wege für Deine tolle Arbeit bedanken !

    Bin noch ein Newbie und habe in meiner über zweijährigen Vorbereitungszeit so unendlich viel von den fleißigen Bloggern gelernt. Auch von Dir und Deinen wertvollen Inhalten konnte ich enorm profitieren.

    Vielen herzlichen Dank und mach‘ weiter so !

    Auch dieser Artikel hat mich angesprochen, da ich gerade in der Vermarktung neuer Produkte stecke. Viele gute Anregungen in kompakter Form !

    Lieben Dank !

    Herzlichst
    George

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo George, es freut mich immer sehr, wenn meine Inhalte weiterhelfen :) Viel Erfolg dir weiterhin. VG Jess

  8. Felix Pfeffer   •  

    Hey Jessica,

    vielen Dank für Deinen Artikel. Interessant für mich, die unterschiedlichen Gedanken zu lesen.
    Denn, ich bin ebenfalls im Bildungsbereich tätig und habe eine Plattform gegründet, auf der Jeder sein Wissen weitergeben kann. Dies kann nicht nur mit Video-Tutorials sondern auch mit Vor-Ort-Kursen passieren. Daher möchte ich die Gelegenheit hier nutzen.
    Würde mich freuen, aus der „Zielgruppensicht“ (Also all die Interessierten, die ihr Wissen weitergeben wollen) Feedback zu erhalten. Was ist für euch wichtig wenn man Lerninhalte weitergeben möchte..Provisionshöhe, Kontaktfunktion, Bezahlfunktion…?.
    Würde mich freuen mit dem ein oder anderen in Kontakt zu treten.
    Schöne Grüße
    Felix von enkigo

  9. Dunja Herrmann   •  

    Hallo Jessica,

    vielen Dank für deine Anregungen! Ich verkaufe zwar reale Produkte, denke aber auch immer mal wieder darüber nach, sie auf Plattformen zu präsentieren. Der Nachteil für mich: Für jede Plattform benötige ich eigene AGB’s – und das kostet Geld.

    Wie ist das im Online-Kurs-Bereich und bei den Plattformen, die du vorgestellt hast?

    Liebe Grüße
    Dunja

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Dunja, bei Marktplätzen wie udemy ist es so, dass der Kurs von udemy selbst verkauft wird und daher udemy auch für AGB etc verantwortlich ist. VG Jess

      • Dunja Herrmann   •  

        Ah, super, danke! Irgendwann habe ich auch einmal vor, einen Online-Kurs anzubieten … Die Sache mit den AGB’s ist schon enorm wichtig und nicht zu unterschätzen ;-)

        Herzlichen Dank für deine schnelle Antwort,
        Dunja

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