Besucher kaufen? Wie Paid Traffic funktioniert und worauf du achten solltest

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Alles im Internet dreht sich um Traffic – Besucher auf deiner Website. Niemanden interessiert es, wie schön deine Website ist, oder welche tollen Funktionen sich in ihr verbergen, wenn niemand sie sieht. Nur wer viele, targeitierte Besucher hat, kann sein Angebot einem großen Publikum präsentieren und dementsprechend viel verdienen. Wer viel Traffic hat, kann den Markt verändern und das Leben etlicher Personen verbessern. Doch wie kriegt man all diese Besucher auf die eigene Website? 

Nun, dazu gibt es etliche Strategien und Praktiken. Alle haben ihre Vor- und Nachteile und heute möchte ich mit dir über Paid Traffic sprechen.

 

Was genau ist Paid Traffic?

Paid Traffic sind Websitebesucher, für die du Geld bezahlst. 
Kennst du den Spruch “Wenn du das Produkt nicht finden kannst, dann bist du es.”? Das ist beispielsweise bei Facebook der Fall. Die Nutzung des sozialen Netzwerkes ist vollkommen kostenlos, denn die Rechnung für das gigantische Team rund um Facebook zahlst nicht du, sondern Werbetreibende, die ein Interesse daran haben, dir ihre Angebote zu unterbreiten. Dafür zahlen sie Geld an Facebook. Es wird Traffic von Facebook zu einem Unternehmen bzw. einer Website geleitet. Das ist eine Form des Paid Traffic.

Wahrscheinlich kennst du auch die nervigen Popups die bei dem Besuch einiger Websites inbegriffen sind. Auch hier zahlt jemand Geld dafür, dass du in dem Popup sein Angebot begutachten kannst. Das Platzieren von Werbebannern auf fremden Websites fällt ebenfalls unter Paid Traffic. Selbst bei Google kann man auf verschiedensten Wegen Traffic kaufen. Das beginnt bei Anzeigen, die in der Suchmaschine ganz oben angezeigt werden, geht über Video Werbung und noch viel weiter.

Es gibt übrigens verschiedene Arten von Paid Traffic. Darunter: PPC – Pay per Click; PPV – Pay per View; CPA – Cost per Action und noch einige mehr.

Immer dann wenn du Geld gegen Besucher tauschst, kaufst du dir Traffic.

 

Was sind die Vorteile vom Traffickauf?

Es gibt viele Möglichkeiten kostenlos Traffic zu bekommen, weshalb sollte man also Geld dafür ausgeben?
Mancher SEO wird sich hier an den Kopf greifen und all jene die für Besucher tief in die Tasche greifen für verrückt erklären. Tatsächlich ist es aber so, dass bezahlter Traffic seine Daseinsberechtigung hat und sehr lukrativ sein kann.

 

Geschwindigkeit:

Wer Suchmaschinenoptimierung betreibt, hat viel Arbeit vor sich. Man benötigt eine eigene Website, muss für diese gute Inhalte produzieren und recherchieren, sie suchmaschinenfreundlich gestalten und anschließend auch noch hochwertige Verlinkungen erstellen. Das alles treibt einem den Schweiß auf die Stirn und kostet viel Zeit. Natürlich gibt es Projekte, wo das Sinn macht. Es ist trotzdem viel Arbeit.

Wer Traffic kauft, kann mit wenigen Klicks sein Ziel erreichen und innerhalb weniger Minuten die ersten Besucher verzeichnen.
Das ist z.B. sinnvoll, wenn man verschiedene Versionen von Verkaufsseiten oder Lead Capture Seiten gegeneinander testen möchte. Denn dafür benötigt man viel Traffic und das möglichst schnell und nicht über ein Jahr verteilt. Und auch grundsätzlich, wenn der Besucher eine direkte und messbare (!) Aktion durchführen soll, ist es sinnvoll Traffic zu kaufen.

Je nach Projekt kann es auch interessant sein organischen und bezahlten Traffic miteinander zu kombinieren, also z.B. SEO zu machen, aber auch für diversen Traffic zu bezahlen.

 

Skalierbarkeit:

Wer Traffic kauft und damit einen Gewinn einfährt, ist oft auf eine wahre Goldgrube gestoßen. Das liegt daran, dass eine Kampagne in der Regel sehr gut skalierbar ist und der gekaufte Traffic vervielfacht werden kann. Im Klartext heißt das: Wenn du herausgefunden hast, was funktioniert, dann kannst du oben viel Geld rein werfen und bekommst unten doppelt soviel oder sogar mehr wieder raus. Es ist schon genial, wenn man 1€ für einen Besucher bezahlt und am Ende 2€ oder mehr wieder herausbekommt – Wie viel Geld würdest du dann oben reinwerfen?

Durch viele unterschiedliche Netzwerke und Quellen kann eine Kampagne problemlos kopiert und ausgeweitet werden. Wer sich nur auf kostenfreie Besucher konzentriert hat oft eine sehr begrenzte Leserschaft und kann diese nicht in kurzer Zeit vergrößern.

 

Diese Nachteile hat der Kauf von Traffic

Auch wenn auf den ersten Blick alles rosarot aussieht, hat Paid Traffic große Nachteile, welche dazu führen, dass die meisten Marketer sich nicht an das Thema trauen, oder sich bereits die Finger verbrannt haben.

 

Die Kosten:

Geld verbrennenMan muss für jeden Besucher Geld auf den Tisch legen und weiß im Vorfeld nicht, ob sich dies lohnen wird. Die aller meisten Kampagnen enden mit einem dicken Minus und hinterlassen viel Frust. Wer Zeit und Arbeit in eine Landingpage und die Recherche gesteckt hat, verspricht sich einen Gewinn. Durch das Verlieren von Geld fällt die Motivaton drastisch und viele werfen die Flinte ins Korn.

Daher ist es eine absolute Notwendigkeit, dass du dich vorher intensiv mit dem Thema beschäftigst, damit du weißt worauf du achten musst und kein bzw. nur wenig Geld verbrennst.

 

Viel Arbeit:

Die meisten sind der Meinung, dass bezahlte Besucher schnell und einfach zu bekommen sind und damit haben sie Recht. Bis man eine erfolgreiche Kampagne erstellt hat, muss aber sehr viel Arbeit investiert werden. Man benötigt eine vernünftige Landingpage, ein gutes Angebot, gute und targeitierte Trafficquellen und anschließend muss fortlaufend getestet und optimiert werden.

 

Die Qualität:

Wer Traffic kauft, kann sich nie sicher sein, welche Qualität dieser hat. Über welche Wege ist der Besucher auf die Website gelangt, was tat er vorher und wie interessiert ist er am Angebot? Handelt es sich um einen echten Menschen, oder hat man gerade sein Geld für einen Bot aus dem Fenster geworfen?

Aus diesem Grund solltest du von dubiosen “10.000 Besucher für 5€” – Angeboten auf diversen Plattformen Abstand nehmen und dich an seriösen Anbietern orientieren.

 

Wo kann ich Besucher kaufen?

Wer Paid Traffic nutzen will, fragt sich natürlich zuerst wo er diesen herbekommen soll. Das Angebot ist riesig und über alle Anbieter etwas zu sagen würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Aus diesem Grund werde ich mich auf die größten der Branche beschränkten.

 

Google AdWords

Wer über Google AdWords Traffic kaufen will, hat mehrere Möglichkeiten. Man kann das Suchnetzwerk bewerben und Anzeigen für einen speziellen Suchbegriff platzieren, oder lässt Google die Websites der Werbepartner durchsuchen und die Anzeige oder den Banner dort einbinden. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit Video-Werbung zu schalten, aber das ist ein Thema für sich.

Besonders das Suchnetzwerk liefert sehr qualitativen Traffic, der in der Regel gut konvertiert. Das setzt aber natürlich eine gute Auswahl der Keywords und Phrasen voraus. Die Preise sind hier verhältnismäßig hoch. Allerdings hat Google auch eine enorm große Reichweite.

 

Facebook Ads

Wie bereits erwähnt bietet auch Facebook die Möglichkeit Traffic zu kaufen. Das besondere hier ist, dass Facebook sehr viele Informationen über seine Nutzer hat. Häufig wird der Familienstand, der Wohnort, der Beruf und die Hobbys angegeben. Es wird außerdem ausgelesen, welche Fanpages wir mit einem Like versehen haben. Wer Werbung schalten will, kann seine Zielgruppe sehr genau bestimmen und erhält so sehr targettierten Traffic.
Im Gegensatz zu Google Adwords wählt man hier keine Keywords aus, sondern bestimmt seine Zielgruppe eben durch Interessen und demograohische Daten.
Bei über 30 Millionen deutschprachigen Mitgliedern, kann sich das aufgrund der tiefgehenden Targetierung sehr lohnen. Preislich ist Facebook (noch) sehr günstig.

 

CPA Netzwerke

Wer eine E-Mail Liste aufbauen möchte, kann mit dieser Aufgabe auch Affiliates beauftragen. Von diesen kann man Besucher einkaufen und man zahlt z.B. pro Eintragung in die Liste. Das gute ist, dass man erfolgsbasiert entlohnt, negativ ist jedoch, dass man nie genau weiß, ob man nicht übers Ohr gehauen wird. CAS bedeutet übrigens „Cost per Action“. Das heißt, man bezahlt immer für eine vorher festgelegt Aktion, also eben einen Eintrag in die Liste oder ähnliches. Die Affiliates bleiben in der Regel anonym. Einige dieser CPA Netzwerke sind: Maxbounty, Peerfly und CPAGrip.

 

PPV Netzwerke

PPV bedeutet „Pay per View“. Hier kann man Popup und Popunder Traffic kaufen. In der Regel funktioniert das so, dass das Netzwerke eine Software auf dem PC des Internetnutzers installiert und wenn dieser eine im Vorfeld bestimmte Domain besucht, erhält er einen Popup mit deiner Werbung. Das Problem ist, dass der Besucher nicht bewusst auf deine Website gelangt, diese meist als störend empfindet und nicht gerne mit ihr interagiert. Dafür ist dies eine günstige Möglichkeit viel Traffic zu ergattern. Einige der bekannten Netzwerke sind: TrafficVance, LeadImpact und 50onRed.

 

Was kann man mit diesem Traffic anstellen?

Es ist offensichtlich, dass Traffic sehr wertvoll ist und er auf lange oder kurze Sicht dem Geld verdienen dient. Dies ist aber auf viele verschiedene Arten möglich und genau auf die will ich hier eingehen.

 

Eine E-Mail Liste aufbauen

Newsletter versendenPaid Traffic wird von vielen Marketern verwendet, um eine E-Mail Liste aufzubauen. Sie erstellen eine sogenannte Squeezepage, eine Seite auf der die E-Mailadresse des Besuchers eingesammelt werden soll und kaufen viel Traffic für diese. Anschließend versenden sie E-Mails mit werbewirksamen Inhalt.

 

Ein Affiliate Produkt bewerben

Der wahrscheinlich größte Teil der Besucher wird von Affiliates gekauft. Sie bewerben die Produkte der Hersteller und kassieren für jeden Verkauf eine Provision. Der Traffic kann entweder direkt auf die Verkaufsseite des Herstellers, oder auf eine eigene Landingpage gesendet werden.

 

Ein eigenes Produkt verkaufen

Wer selbst ein Produkt erstellt hat, kann bezahlte Traffic dafür verwenden dieses zu verkaufen. Hier sind die Margen höher und man kann die Bekanntheit quasi über Nacht steigern.

 

Splittesting von Landingpages

Wer organischen Traffic erhält, hat oft das Problem, dass sich das Splittesting verschiedener Landingpages sehr schwierig gestaltet. Man erhält nur eine kleine Anzahl von Besuchern und um effektiv Daten erheben zu können, muss viel Geduld mitgebracht werden. Hinzu kommt, dass es nicht leicht ist die Besucher auf die Landingpages zu verteilen, ohne Googles Zorn zu ernten. Mit Paid Traffic kann die Conversionrate der Landingpages schnell und zuverlässig getestet werden.

 

Welches Budget braucht man um Paid Traffic zu testen?

Das Geschäft mit bezahlten Traffic ist sehr hart. Hier sind viele sehr erfahrene Marketer aktiv und als kleiner Fisch hat man wenig zu melden. Wer noch wenig Knowhow und Praxiserfahrung hat, muss sich darauf einstellen, dass er zu Beginn Geld verlieren wird. Wie viel dies sein wird ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab welche Tools du bereits mitbringst, ob du eine funktionierende Landingpage erstellen kannst, oder jemanden kennst der dies kann.
Es kommt auch darauf an, welches Thema du behandelst, wie groß deine Zielgruppe usw.

Aber um überhaupt erste Erfahrungen mit Paid Traffic zu sammeln, empfehle ich dir ein paar hundert Euro in Hand zu nehmen und damit bei Facebook und Google Adwords kleine Kampagnen einzurichten und einfach mal auszuprobieren.
Da wirst ohne hin nicht drumherum kommen. Denn selbst wenn du eine Agentur dafür beauftragen willst, solltest du wissen, wie es funktioniert, damit du nicht übers Ohr gehauen wirst.

Abschließend kann gesagt werden, dass bezahlter Traffic ein enormes Potential hat, aber auch Risiken mit sich bringt. Empfehlen würde ich es nur erfahrenen Marketern, die “Spiegeld” übrig haben und sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen. Der Großteil investiert eine zu geringe Summe, verliert diese und kehrt dem Markt den Rücken.

Also, überlege dir gut, was du erreichen möchtest und sei dir bewusst, dass Paid Traffic immer erst mal etwas kostet, bevor du damit erfolgreich werden kannst.

10 Kommentare

  1. Gabriele Salomon   •  

    Herzlichen Dank für diese ausführlichen Informationen.
    Das ist für mich eine große Hilfe.

    Viele Grüße
    Gabriele Salomon

  2. Ralph   •  

    Hallo,
    danke für den tollen Beitrag. Hilft mir für meine Nischenseiten bestimmt weiter.
    lg.Ralph

    • Jessica Ebert   •     Author

      Hallo Ralph, freut mich, dass dir mein Artikel weiterhilft :) VG Jess

  3. Frank   •  

    Korrekt, wirklich ein informativer Artikel zum Thema Paid Trafficm vielleicht könnte man ein Tutorial draus machen und noch tiefer ins Detail gehen ;-)

  4. Andy   •  

    Zielgerichtetes Marketing steht oft im Widerspruch zu den Google-Richtlinien. Dennoch ist es quasi zwingend erforderlich, Wege einzuschlagen, die sich am Rande dieser Richtlinien bewegen, um mehr Besucher auf die eigene Homepage zu bringen. Hierzu zählen gewisse Whitehat als auch Greyhat Maßnahmen, die auf lange und ausdauernde Sicht sicherlich auch ihren Erfolg bringen werden. Für den Besucheransturm mit dem ersten Veröffentlichen einer Seite, wird man um die eine oder andere Investition in Traffic nicht herumkommen. Gut, wenn man nicht zu viel billige Experimente wagt.

  5. Vielen dank für diesen Artikel und die damit verbundene Information.
    Das mit den Traffic Bots ala 10.000 Klicks für € 5,- hatte ich mir auch genau so gedacht.
    Gruß
    Frank

  6. Sebastian Halm   •  

    Auch wen der Atikel nicht mehr ganz aktuell ist, aber was hälst du generelle von Traffic Exchange Seiten ala easyhits4u & Co? Ich probiere mich dabei gerade aus für meine Nischenseite, konnte mir aber noch kein klares Bild machen…

  7. Karin   •  

    Hallo Jessica, danke für diesen tollen Beitrag.

    Ich habe einen Link zu deinem Artikel in meinem Blog gesetzt – ich hoffe das ist dir recht :) – denn besser kann ich es auch nicht beschreiben…

    Schaue immer wieder mal gerne auf deinem Blog vorbei! Danke dir für die zahlreichen Informationen.

    Liebe Grüße Karin

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